kreatives schreiben und gelesenes

 

macht man sich daran, texte zu verfassen, sollte man sich nicht zu sehr selbst beschränken. indem man sich sagt, man möchte nicht mit vorbildern arbeiten, sondern ganz eigene und individuelle texte verfassen. alle menschen orientieren sich beim schreiben an dingen, die sie im vorfeld gelesen haben.

so kann es hilfreicher sein, sich einmal ganz und gar den werken zuzuwenden, die einem wirklich etwas bedeutet haben. in einer schreibgruppe ließe sich zum beispiel über die lieblingsbücher der teilnehmerInnen austauschen. welcher stil gefällt einem am besten? welchen stil würde man gern selber können? es gibt vielfältige möglichkeiten, den austausch anzuregen. die zeitschrift „literaturen“ hat zum beispiel die rubrik, autorInnen beschreiben zu lassen, was sie gerade lesen. was lesen sie denn momentan? bringt es sie auf ideen, ändert sich dadurch ihr stil ein wenig?

die auffassung, man werde von nichts beeinflusst, was man sinnlich wahrnimmt, kann nur ein trugschluss sein. selbst wenn ich versuche einen gegenteiligen stil zum gelesenen zu entwickeln, bin ich doch von meiner lektüre beeinflusst. ich habe hier schon einmal vorgeschlagen, doch im stil der eigenen lieblingsautorInnen zu schreiben. es schadet nicht und ist vor allen dingen nicht zu verurteilen. hier geht es mir darum, aufzuzeigen, dass es einfacher ist, losgelöst zu schreiben, wenn ich mir bewusst bin, dass die von mir gelesene literatur beeinflusst. viel anstrengender scheint es zu sein, diesen einfluss beständig zurückzudrängen. so kann man beschließen, keine bücher mehr zu lesen. dadurch versagt man sich aber einen der größten genüsse, die es gibt. das lesen. schämen sie sich nicht dafür, wenn sie kitschromane mögen, wenn sie krimis süchtig verschlingen und wenn ihnen politische literatur nichts sagt. es gibt ihn nicht, den maßstab des gut und schlecht, wie er gern hervorgehoben wird. die weltliteratur, die von nachkommenden schreibenden kaum zu überbieten ist. entwickeln sie lieber ihren eigenen stil, auch wenn er sich sehr an andere schreibende anlehnt. es wird ihnen niemand übelnehmen, so lange sie das selber nicht verwerflich finden. und lassen sie andere entscheiden, ob die ihre geschichten ansprechend finden, selbst wenn ihnen gesagt wird, der text ähnle aber sehr dem stil von xy. wichtiger scheint es, dass der inhalt berührt.

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