Tagesarchiv: 20. August 2008

schnickschnack (33)

die welt wird steriler. es war einmal interessant auf die toiletten in verschiedenen kneipen berlins zu gehen. konnte man doch in den kabinen ganze romane lesen, die an die wände geschrieben waren. doch inzwischen wird vieles überstrichen, gereinigt oder eine oberfläche angebracht, die beschriftungen unmöglich machen. seit etlichen jahren gibt es eine alternative, vor allen dingen in den usa. „1000 journals“ ist der versuch, durch das weitergeben und liegenlassen von festgebundenen journalen an verschiedenen orten, wie kneipen, parkbänken und zügen, menschen aufzufordern sie vollzukritzeln. wenn so ein journal voll ist, sollte es an den absender zurückgeschickt werden. seit 2000 wurden 1000 journale verteilt. viele kamen zurück und seiten davon wurden eingescannt. sie sind auf folgender seite zu sehen: http://1000journals.com/index.php?view=Journals%2FIndex . das projekt ist inzwischen abgeschlossen.

das folgeprojekt, auch aus san francisco, nennt sich „1001 journals“ und läuft noch. es nutzt inzwischen die möglichkeiten des internet und macht das angebot, nicht nur reale journale weiterzugeben, sondern auch virtuelle journale zu erstellen. um daran teilzunehmen muss man sich einloggen. doch auch hier gibt es viele eingescannte journale zum ansehen, zumindest ausschnitte davon. das ganze entwickelt sich immer mehr zu einem kunstprojekt, aber einem interessanten. zu finden ist die seite unter: http://1001journals.com/ .

vielleicht sollte man auf den toiletten berlins journale auslegen. das wird aber sicherlich gefährlich für das journal, wenn das toilettenpapier ausgeht.

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schreibidee (45)

sprichwörter haben es in sich. teils pädagogisch, teils alltagsweisheiten und vor allen dingen rhythmen und reime. manches sprichwort erscheint heute sinnfrei, hatte aber früher eine bedeutung. und doch sind sprichwörter für etliche lebenssituationen oder menschen ein motto. sie sind eine kombination aus poesiealben-sprüchen und philosophischen überlegungen.

in schreibgruppen bieten sich diverse möglichkeiten, sprichwörter zu nutzen. die einfachste variante ist es eine palette von sprichwörtern zur verfügung zu stellen, zu denen texte verfasst werden sollen. es kann auch nur ein sprichwort dem treffen der gruppe vorangestellt und mehrere schreibanregungen dazu gegeben werden.

am interessantesten erscheint es mir aber, selber neue sprichwörter zu erfinden, wie zum beispiel: „ist am computerbildschirm nacht, fehlts am stecker oder am saft“. so können sprichwörter zu bestimmten gebieten erfunden werden oder alte sprichwörter abgewandelt und „modernisiert“ werden. hier sind viele schriftliche spielereien möglich.

am ende sollten die sprichwörter vorgestellt und prämiert werden. die teilnehmerInnen der schreibgruppen wählen das beliebteste sprichwort aus und es könnte das motto für die nächste schreibanregung sein.

essaywettbewerb von „büchergilde“ und „taz“ hat sich in luft aufgelöst

laut pdf-datei wäre der abgabetermin zum 6. büchergilde-essaypreis 2008 mit dem motto „phantasie erwünscht!“ am 15ten september. doch ich wunderte mich, weshalb so viele menschen, die den preis suchten bei mir im blog landen. also habe ich noch einmal nachgeschaut und festgestellt, dass die seite, die den wettbewerb angekündigt hat, in den tiefen des internet verschwunden sind.

die „büchergilde“ hat den besuch ihrer seite mit der freischaltung von cookies gekoppelt. als begründung dafür wird angeführt, die seite vor missbrauch schützen zu wollen. das ist nicht sehr glaubwürdig, erkennen cookies doch nur wieder, ob besucherInnen schon einmal auf der seite waren und wo sie sich bewegt haben.

seltsam bei dem ganzen ist, dass man nirgends, weder bei der „taz“ noch bei der „büchergilde“ irgendeinen hinweis auf den essaypreis oder die jury findet. es gibt aber auch keinen hinweis, dass der wettbewerb eingestellt wurde. das einzige, was ich mir vorstellen kann, ist die tatsache, dass der wettbewerb nur noch für die mitglieder der büchergilde gedacht ist. dann wurde aber die beteiligung der taz zurückgezogen. hier hätte man sich schon über eine benachrichtigung gefreut. vor allen dingen, da eine zeitlang die ankündigung und die herunterladbare pdf-datei zu finden waren. wer inzwischen einen text verfasst hat, sollte die beiden ausrichter des wettbewerbs anschreiben und sich erkundigen, was mit seinem/ihrem text geschehen soll. falls jemand mehr weiß, würde ich mich über eine kurze mitteilung freuen, um sie hier bekanntgeben zu können.

mal wieder ein beweis, wie unberechenbar das netz ist, und ein zeichen für eine schlechte nutzerpolitik.

neueste entwicklungen finden sich hier: https://schreibschrift.wordpress.com/2008/09/14/kurzmeldung-buchergilde-meldet-aussetzung-des-essaypreises/