Tagesarchiv: 21. August 2008

schreibtechnik (19)

es geht um keine direkte schreibtechnik, sondern um eine technik zur vorbereitung eines textes. hilfreich in diesem zusammenhang, um informationen oder assoziationen zusammenzutragen und im vergleich betrachten zu können, bieten sich listen und tabellen an.

die tabelle hat den vorteil, dass sie entweder diverse fragen, stichworte oder begriffe in der ersten spalte zur verfügung stellt und den schreibenden auffordert eine antwort oder weiterführung in eine oder mehrere andere spalten zu setzen. dabei sollte möglichst nicht zu langes nachdenken den assoziationen freien raum geben. aber es besteht beim zusammentragen von informationen natürlich auch die möglichkeit, diese beim eintragen zu strukturieren und zu sortieren.

in diesem moment lässt sich die tabelle mit der liste vereinen, die als vorstufe der tabelle verstanden werden kann. listen bilden letztendlich eine hierarchie der begriffe, der informationen oder der ideen. sie lassen sich entweder entlang einer zeitschiene, wichtigstem und unwichtigstem oder auch interessantestem und uninteressantestem ausrichten. das bietet eine gute möglichkeit textideen zu sortieren, inhalten eine reihenfolge zu geben oder auch sich selbst einen überblick über das assoziierte zu geben.

die tabelle ermöglicht eine weitere zugabe, zuordnungen zur liste, zu begriffen. es besteht die möglichkeit die tabelle als aufgabe an die schreibgruppe auszugeben und zum beispiel beim biografischen oder philosophischen schreiben nach lebenskrisen, lebenshöhepunkten oder persönlichen lebensphilosophien zu fragen.

die tabelle kann auch bei der auflistung von zitaten und dergleichen sehr hilfreich sein. so, dass sie in ihrer zusammenfassung schon beinahe der text formuliert ist. sie kann aber auch nur der orientierung dienen, um aus dem reichhaltig tabellarisch aufgeführten das zu wählen, das die grundlage des nächsten textes bilden soll.

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„geflügelte worte“ – ein buchtipp

wussten sie, dass sprüche wie „sich in die höhle des löwen wagen“ oder „sich mit fremden federn schmücken“ aus fabeln des griechen äsop stammen und uralt sind. der berliner sprachforscher georg büchmann veröffentlichte 1864 das erste mal seinen zitatenschatz unter dem titel „geflügelte worte„. dabei griff er sprichwörter und begriffe auf, um deren quellen aufzuzeigen.

die heutige ausgabe ist natürlich überarbeitet und ein wenig modernisiert worden, doch sie enthält zum großteil noch die arbeit von büchmann. „wer niemals einen rausch gehabt, der ist kein braver mann“ und dergleichen mehr sind in dem buch versammelt. eine wunderbare grundlage für die gestern vorgestellte schreibidee (45). aber auch viele andere begrifflichkeiten können sowohl schreibanregung sein, als auch erklärt werden. oder wussten sie, dass die „lynchjustiz“ wirklich auf einen richter william lynch um 1780 zurückgeht?

einziges manko des buchs ist es, dass die aneinanderreihung der Zitate sich nicht in einem inhaltsverzeichnis widerspiegelt. dafür gibt es ein sehr ausführliches stichwortverzeichnis. und doch hätte man gern die zeitliche abfolge der sprichwörter noch ein wenig erklärt bekommen. aber ein runder, bürgerlicher zitatenschatz zur vielfältigen verwendung, erschienen 1977 in der droemerschen verlagsanstalt th.knaur nachf. in münchen, heute in der ich-weiß-nicht-wievielten auflage mit der ISBN 13-978-3-426-07502-9