Tagesarchiv: 25. August 2008

10 000 besuche auf dem blog

manche blogs haben die zahl von besuchern natürlich an einem tag. mir gefällt das für einen blog zur schreibpädagogik und all dem drumherum, der seit fünf monaten mit infos gefüllt wird, ganz gut. was will ich mehr.

nachdem wordpress.com seine statistiken im hintergrund noch ausführlicher und vergleichender zur verfügung stellt, kann ich zum beispiel sehe, dass im durchschnitt zwei personen pro tag in das impressum schauen. also zwei menschen, die den blog noch nicht kennen. auch hier gibt es sicherlich noch weitere interessentInnen, die von „schreibschrift“ nichts wissen. aber in diesem zusammenhang kann man feststellen, dass sich das angebot im laufe der zeit im netz „rumspricht“.

was ich nicht sehen kann, aber auch wegen des datenschutzes gar nicht sehen will, sind die regelmäßigen leserInnen, die vorbeischauen. ich bedanke mich aber hier mal für das interesse und freue mich über jede schriftliche beteiligung. so findet sie auch langsam bei den schreibaufgaben statt, wie die von jemandem bei der aufgabe 11. und wenn wir alle unsere masterarbeit abgeschlossen haben, dann werden die schreibaufgaben sowieso boomen ;-o

aber ich hätte nie gedacht, dass es überhaupt ein größeres interesse für schreibpädagogik im internet gibt und bin inzwischen restlos von den positiven seiten der neuen technologien überzeugt. man muss sie nur für sich so sinnvoll und sicher wie möglich nutzen. dann kann man sich eine unglaubliche bandbreite an informationen und interessanten diskursen erschließen, an die kein anderes medium heranreicht. was nicht heißt, dass ich jemals auf meine morgendliche tageszeitung verzichten möchte.

der blog kann also weiter reichlich besucht werden und hoffentlich zu einem lebhaften (schreib)ort der schreibpädagogik werden.

schnickschnack (34)

viele zeitungen haben inzwischen ihre eigenen homepages, die sie nutzen, um auf ihre gedruckten ausgaben aufmerksam zu machen, in denen sie aber auch eigenständige redaktionen etablieren. dabei verweisen sie wenig auf andere redaktionen oder journalistische quellen und bemühen sich, möglichst viel selbst zu formulieren und zu schreiben.

auf der anderen seite gibt es wenige ausschließliche online-magazine und -redaktionen. im englischsprachigen raum erscheint aber schon seit jahren mit sitz in san francisco, die seite von „salon.com„. ein sehr ausführliches online-magazin, das in fast allen bereichen für jeden offen zugänglich ist. es gibt zwar einen „premium-service“, doch erst einmal vermisst man ihn nicht.

interessant sind zum beispiel die „5 things“, meldungen, die auf informationen anderer anbieter zu aktuellen ereignissen hinweisen. es gibt eine eigene cartoon-ecke, in der täglich aktuelle cartoons veröffentlicht werden. es existiert eine recht große redaktion mit niederlassungen in washington und new york. und es wird ein ausführlicher blick, sowohl auf politik, aber vor allen dingen auch kultur geworfen. es handelt sich also nicht nur um einen politischen salon, sondern um einen salon in der guten alten tradition des treffpunktes für kulturinteressierte. da die seite schon seit jahren existiert, merkt man ihr an, dass der umgang mit den möglichkeiten des internet locker und vielfältig ist. es wird versucht, alles an möglichkeiten einzubinden und doch noch den charakter einer zeitschrift oder eines magazins zu haben. zu finden ist die seite unter: http://www.salon.com/

wortklauberei (3)

„ausbildung“

bildung basiert auf lernen, auf veränderung. „ausbildung“ basiert also auf der vorstellung „ausgelernt“ zu haben und etwas herausgebildet zu haben. eine neue rolle, einen beruf, die dann auf ihre anwendung warten. das mag einmal so gewesen sein, doch selbst damals entsprach der ausdruck nicht der realität. denn die ständig gemachten erfahrungen während der berufsausübung waren eine form von fortbildung. egal wie eintönig eine arbeit erscheinen mag, im laufe der zeit verändert sich die tätigkeit, lernen die arbeitenden dazu.

heute begeben sich alle in „fort-“ und „weiter“bildungung oder „um“schulungen. diese wortschöpfungen wären überhaupt nicht notwendig, wenn bildung bei uns nicht mit seltsamen vorstellungen verknüpft wären. so ist es immer noch üblich davon auszugehen, dass ein lernprozess etwas unangenehmes und anstrengendes, wenn nicht sogar schmerzvolles ist. ein prozess, durch den man durch muss, wenn man anschließend es zu etwas bringen möchte. in dem wort „ausbildung“ versammeln sich diese grundhaltungen und machen es zusätzlich so schwer die gesellschaftlichen trampelpfade zu verlassen. es kann eine bildung nicht gleichwertig wertvoll sein, wenn sie spaß macht. dann sind die anforderungen nicht hoch genug, die lernenden scheinen in den augen vieler unterfordert. das birgt die gefahr in sich, dass sich viele menschen abseits ihrer eigenen interessen und bedürfnisse „ausbilden“ lassen. im eklatanten widerspruch dazu steht dann der „beruf“, der sich auf die „berufung“ beruft. wundert es da noch jemand, dass die reformierung unserer bildungssysteme seit über 30 jahren nie wirklich gelingt. vielleicht sollte man die „ausbildung“ generell abschaffen und durch „lebenserweiterung“ ersetzen. dies erscheint mir allemal sinnvoller, als von einer „erlebnis“pädagogik zu sprechen, die eher dem eventcharakter folgt, also schon eine motivationstheorie im schlepptau hat, als endlich davon auszugehen, dass lernen, wenn es weitestgehend selbstbestimmt ist, einfach spaß machen kann. auch hier bleibt die verdächtigung den menschen gegenüber haften, dass sie von sich aus keine anstrengung unternehmen werden, zu lernen. lässt man den menschen entscheiden bleibt er „aus-“ und „ungebildet“ wird vermutet. so macht das alles keinen spaß 😛

schreibaufgabe (11)

dieses mal wird gewürfelt. nein, nicht um die inhalte der schreibaufgabe. es wird ein würfel gefüllt, mit leben und mit geschichten.

also, stellen sie sich einen kahlen raum vor. zehn mal zehn mal zehn meter. das heisst, ein recht großer raum mit hoher decke. der kann in einem haus, unter der erde, im weltall oder sonstwo sein. wichtig ist, er ist erst einmal leer. ob er nun betonwände, holzwände oder gemauert ist, bleibt ihnen überlassen.

doch das wichtigste ist, sie können ihn füllen. entweder nur mit menschen oder mit ambiente. sie können sich beim „beschreiben“, also in ihrer geschichte einzig um die einrichtung gedanken machen und eine ausführliche bildbeschreibung abgeben. sie können aber auch türen in die wände schlagen und menschen auftreten lassen, die sich in diesem raum wiederfinden. nur eines sollte dabei beachtet werden, das außen des raumes, des würfels soll in dem text keine rolle spielen, also möglichst nur kurz erwähnt werden. textsorte und aufmachung der geschichte bleiben ihnen überlassen. doch die geschichte sollte nicht länger als 800 wörter sein. und dann kann gewürfelt werden, welcher text am raumgreifendsten daherkommt.