schreiben und leere

 

das größte hindernis auf dem weg zu einem tollen text ist die schreibblockade. sie hat verschiedene gründe und es gibt manche techniken, um zu versuchen sie zu überwinden. aber es gibt ein weiteres hindernis, das auch ursache einer schreibblockade sein kann. „die leere“.

das heißt, die schreibenden sitzen vor einem leeren blatt, einem weißen bildschirm und es fällt ihnen nichts ein. so gar nichts. sie haben das gefühl nichts im kopf und keine ideen zu haben. natürlich denken sie in diesem moment doch über vieles nach und haben manches im kopf. aber es versteckt sich vor ihnen. selbst wenn eine schreibaufgabe gestellt wurde, haben sie weiterhin das gefühl, dass ihnen nichts dazu einfalle.

nun kann es natürlich sein, dass man sich mit der letzten geschichte erst einmal ausgeschrieben hat. so viel energie hineinsteckte, dass jetzt die große leere auftaucht und nicht zu füllen ist. dagegen können eventuell zwei strategien helfen.

die eine bedeutet, sich treiben zu lassen. um überhaupt wieder ideen zu produzieren, bedarf es der anregung von außen. hier wäre es zum beispiel hilfreich im internet kreative seiten zu besuchen und sich durch alles was einem spaß macht zu klicken. sich zeit zu nehmen, um die seiten anzuschauen. oder man greift zu den bildbänden und büchern bei sich zuhause, und betrachtet sich, was einem selbst gefällt, liest mal hier, mal dort. das wichtigste scheint mir die tatsache zu sein, dass man kein schlechtes gewissen dabei bekommt, da man ja eigentlich etwas anderes machen sollte.

die andere strategie würde darin bestehen, zu schreiben, obwohl einem nichts einfällt. das geht am einfachsten mit dem freewriting. dazu muss man sich einzig mit einem stift hinsetzen und einfach festhalten, was einem durch den kopf geht. es darf nur nicht der stift abgesetzt werden, auch wenn zehn mal hintereinander der satz „mir fällt zur zeit nichts ein“ notiert wird. man wird feststellen, dass dies normalerweise nicht zehn mal notwendig ist, da einem nach kurzer zeit doch gedanken im kopf herumgehen. wenn man das freewriting mehrere tage hintereinander macht, bekommt man in kurzer zeit zumindest eine sammlung darüber, warum man nicht schreiben kann. auch daraus kann eine geschichte werden. eine geschichte über die eigene leere. es wäre nicht die erste geschichte zu dem thema. etliche schriftsteller haben ganze werke über die eigene schreibhemmung verfasst.

sollte das alles nicht helfen, bleibt noch eines übrig. immer einen zettel mit sich zu führen, auf dem man alles was einem im laufe des tages begegnet. sei es noch so nebensächlich, wie zum beispiel die tatsache, dass einem die packung milch heruntergefallen ist oder sich ein nachtfalter in die eigene wohnung verirrt hat. so bekommt man in kürzester zeit einen pool an kleinen geschichten und hält längst keine leeren blätter mehr vor sich. sie sind schon gefüllt.

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