Monatsarchiv: September 2008

web 2.20 – vaybee.de

die größte bevölkerungsgruppe mit migrationshintergrund in deutschland sind die türkInnen. ein großteil der türkeistämmigen bevölkerung lebt schon in der zweiten oder dritten generation in deutschland, spricht fließend deutsch aber oft auch fließend türkisch. aufgrund des eigenen kulturellen hintergrunds werden verschiedene orte, auch im internet, aufgesucht, um eigene sprache und traditionen weiter zu pflegen. heute zum „zuckerfest“ soll einmal eine homepage mit „migrationshintergrund“ vorgestellt werden 😉


das erfolgreichste türkisch-deutsche portal im internet ist „vaybee.de„. dabei steht vaybee ungeführ für „wow“. die seite bietet alles, was ein internetportal bieten sollte. neueste nachrichten, klatsch und tratsch, chat, die möglichkeit ein eigenes profil zu erstellen und sich somit bekannt zu machen. besonders ist, dass bei dem portal zweisprachig kommuniziert wird. ansonsten unterscheidet es sich von anderen portalen nicht. ist auch nicht nötig, es bietet aber einer großen community alles was zum austausch notwendig ist. zu finden ist die seite unter http://www.vaybee.de .

verlag (15) – klett-cotta

es gab einmal zwei verlage. der eine, „cotta“, hat eine dreihundertjährige tradition, der andere, „klett“ ist erst nach dem zweiten weltkrieg gegründet worden. klett hat zum beispiel schulbücher produziert, cotta war eher der belletristik verpflichtet gewesen. und beide verlage fanden im jahr 1977 zusammen. seitdem besteht „klett-cotta“ als verlag, der einen mix aus prosa, wissenschaftlicher literatur und fantasy anbietet.
fantasy wird vor allen dingen vom label „hobbit press“ vertreten. einem label, dass sich vom namen her am „herr der ringe“ von tolkien orientiert. daneben bietet die homepage von klett-cotta die inzwischen reichhaltige auswahl mit weiteren informationen zu den autoren, kleinen leseproben, informationen zur verlagsgeschichte, zum verlagsprogramm, zum verlagseigenen essaypreis und zu den modalitäten, wenn man eigene texte beim verlag gerne veröffentlicht hätte.
daneben noch ein blog, der sich hauptsächlich auf eigene neuerscheinungen bezieht, eine möglichkeit den aktuellen katalog herunterzuladen und einen newsletter zu abonnieren. als letztes noch fragen und antworten und die möglichkeit bücher direkt zu bestellen.
also eine runde seite, die viele informationen bereit hält und schlicht im erscheinungsbild daher kommt. letztendlich kann man sich im laufe der zeit aus den hier vorgestellten verlagen seine eigene ganzjährige buchmesse zusammenstellen, die immer mit den neuesten informationen aufwartet. zu finden ist der verlag unter: http://www.klett-cotta.de/

organisierte geldvernichtung – ein kommentar

vorab die bemerkung, weshalb in einem blog zur schreibpädagogik ein kommentar zur wirtschaftsentwicklung auftauchen muss: es gibt prozesse und gesellschaftliche veränderungen, die alle beeinflussen. die sogar einfluss auf weitere handlungen und lebenskonzepte haben können. es gab schon einmal einen börsencrash, der alle damit verbundenen nationen verändert hat und das gesellschaftliche gefüge durcheinander brachte. das was zur zeit passiert ist dazu angelegt, dimensionen anzunehmen, die konsequent unterschätzt oder heruntergespielt werden.

also sei kurz genauer hingeschaut. eine lehre, die eigentlich aus dem schwarzen freitag anfang letzten jahrhunderts zu ziehen war, ist die problematik großer konzerne, monopolartiger zusammenschlüsse und unberechenbarer reaktionen an der börse gewesen. das geld wurde abgewertet und vernichtet. die spirale war nicht mehr zu stoppen. in den letzten jahren ballten sich wieder interessen und industrien zusammen. die märkte werden von einigen großen konzernen und banken verstärkt beeinflusst und kontrolliert. aber niemand reagierte. selbst das kartellamt ließ immer mehr zusammenschlüsse zu. dazu kam die seit jahrzehnten andauernde grundhaltung, vor allen dingen in der wirtschaftsfreundlichen politik, von der selbstregulation der märkte und der allmacht der wirtschaftswissenschaftler. man glaubte wirkliche, es werde unerschöpfliches wachstum geben. dass dies auf tönernen füßen stehen muss wurde ignoriert. wer wiederum die g-8-gipfel kritisierte, da er der verknüpfung von macht und markt nicht vertraute wurde beinahe als staatsfeind betrachtet. doch das misstrauen war, wie schon öfter, berechtigt.

und jetzt? Weiterlesen

schreibpädagogik und lesegruppen

 

bei der durchführung von schreibgruppen kann es leicht passieren, dass die zeit für die vorstellung und das feedback zu eigenen texten zu kurz gerät. gerade wenn die teilnehmerInnenzahl von schreibgruppen die zehn überschreitet kann sich das problem ergeben, dass die vorstellung der ergebnisse die phasen des schreibens zu sehr reduzieren. doch wie kann dieses dilemma beseitigt werden.

es bieten sich zwei möglichkeiten an. Weiterlesen

schreibidee (56)

nachdem hier gerade bloch, die buchmesse und am rand die bankenpleiten aufgetaucht sind, kam die idee für einen b-text oder eine b-geschichte. das kann nun in zweierlei form umgesetzt werden.

die eine variante ist ein wortspiel. texte dürfen nur mit wörtern geschrieben werden, die einen oder mehrere vorher festgelegte anfangsbuchstaben haben. so dürfen in diesem moment natürlich nur worte, die mit „b“ beginnen verwendet werden. „birgit blätterte brutal bestimmte bücher? bleibt birgit berechenbar?…“

die andere variante erscheint mir noch interessanter. angelehnt an die so genannten b-movies werden b-texte in der schreibgruppe verfasst. im vorfeld können anleiterInnen eine kleine sammlung von groschenromanen austeilen, an denen sich die teilnehmerInnen orientieren können. und dann sind sie aufgefordert einen text zu einem bestimmten thema wie „buße“, „beischlaf“ oder „betrug“ in einem ähnlichen stil zu verfassen. das kann zu allgemeiner heiterkeit in der runde führen, wenn die texte vorgetragen werden. gleichzeitig können die teilnehmerInnen aber feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, einen schmachtenden text zu verfassen der auch die leserInnen bindet. eigentlich handelt es sich inzwischen um einen eigenen „stil“ bei den dreigroschenromanen. also ist diese variante eine stilübung im b-format. 😀

web 2.0 und philosophie

manchmal zappt man sich so durch das programm und landet plötzlich bei einer kleinen perle, die leider schon eine gewisse zeit gesendet wird und nicht mehr vollständig aufgezeichnet werden kann. aber die modernen zeiten ermöglichen es, die sendung noch einmal im internet anzuschauen.

und so sei von mir die sendung „paris – berlin – die debatte“ vom 25ten september auf arte ans herz gelegt. denn das thema war: „der digitale mensch – schneller, stärker, schlauer?„. bei der digitalisierung der welt scheiden sich die geister, auch unter den philosophen. überwiegen die vorteile oder die nachteile, sowohl beim web 2.0 als auch beim handy? wahrscheinlich lässt sich diese frage erst in etlichen jahren beantworten. einig sind sich viele, dass ein sinnvoller umgang mit neuen medien gefunden werden muss. aber das betrifft eigentlich alle medien.

in der sendung von arte diskutieren zwei philosophen, ein experimenteller organisator und ein experte über diese fragen. eine spannende debatte, die sich den aktuellen gesellschaftlichen entwicklungen widmet. ein muss, wenn man die kritische distanz zum web 2.0 nicht aufgeben möchte. zu finden ist die sendung unter: http://plus7.arte.tv/de/detailPage/1697660,CmC=2217930.html . ein paar zusatzinformationen zur sendung, zu den gästen und buchtipps sind zu finden unter: http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/paris-berlin/paris-berlin/Naechste-Debatte/2103726,CmC=2103718.html .

buchmesse in frankfurt am main

bald ist es wieder soweit, vom 15ten oktober bis 19ten oktober kann man die buchmesse in frankfurt am main besuchen. die urmutter aller buchmessen, inzwischen im halbjahresabstand zur leipziger buchmesse, ist eine der größten ihrer art auf der ganzen welt.

das bedeutet, dass man sich erschlagen fühlt von der fülle der stände und der ausgestellten literatur. es ist klar, dass man es nicht schaffen wird in kurzer zeit einen überblick über die neuerscheinungen in deutschland im herbst diesen jahres zu bekommen. ist deutschland doch eines der länder mit den meisten neuerscheinungen pro jahr und mit der größten vielzahl an verlagsprogrammen. auch wenn immer wieder eine lesekrise beschworen wird, gelesen wird weiterhin eine menge. auch bei den büchern gibt es zwar den hang zu blockbustern, doch es ist weiterhin möglich nischen zu besetzen. und die online-shops haben normalerweise auch die nischen im sortiment. was verschwindet, sind die kleinen buchläden mit einer sehr persönlichen und subjektiven zusammenstellung der händlerInnen. sie tragen sich oft nicht mehr, da das internet die nischen noch ausführlicher bedient als ein kleiner buchladen das kann. das ist schade, aber schwer zu verhindern.

doch zurück zur buchmesse, ist diese die ersten tage nur für fachpublikum geöffnet. wenn man auf die messe geht, kann man sich zumindest umsehen, was es überhaupt für verlage gibt und deren diverse kataloge mitnehmen, um zuhause zu schauen, welche angebote auf einen zukommen und was einen interessieren könnte. außerdem kann es ein schönes gefühl sein, einmal in ein meer von büchern abzutauchen. oder die homepage der 60. buchmesse besuchen unter: http://www.buchmesse.de/de/

was ist kreatives schreiben?

 

vor zwei tagen wurde hier im blog gefragt, was eigentlich kreatives schreiben sei. der blog hier versucht dies seit einiger zeit im zusammenhang mit der schreibpädagogik zu umreißen. doch die schwierigkeit besteht darin, dass es keine eindeutige definition des kreativen schreibens gibt. aber fangen wir einmal bei den wurzeln an. länger als das „kreative schreiben“ gibt es vor allen dingen in den usa das „creative writing“. diese richtung stellt einen mix aus übungen und handlungsanweisungen dar, die es einem erleichtern sollen, einen text zu verfassen. im gegensatz zu dem in deutschland verbreiteten kreativen schreiben, erscheint das creative writing sehr viel strukturierter und aufeinander aufbauender. dabei wird zum beispiel vermittelt, über welche wege man sich einem roman annähern kann. es werden charaktere und plots in bestimmten reihenfolgen aufgebaut, miteinander verbunden und somit stück für stück eine geschichte geschaffen. dahinter steckt die idee, dass beinahe jeder mensch, wenn er bestimmte schritte stück für stück befolgt, fähig ist einen roman zu verfassen. in den usa hat diese richtung eine lange tradition und es wurden schon viele werke in dieser form verfasst, die sowohl erfolg hatten als auch spannend zu lesen sind.

das kreative schreiben, wie es in deutschland von vielen vertreten wird, hat die teilweise streng strukturierte herangehensweise über bord geworfen. hier steckt der gedanke dahinter, dass jeder mensch schreibend einen kreativen ausdruck für sich finden kann. dabei wird oft spielerischer vorgegangen und kein ziel, wie das verfassen eines romans gesetzt. es geht eher darum, techniken und schreibanregungen zu geben, um seinen eigenen stil entwickeln zu können. es geht in der folge in der anwendung zum beispiel in der schreibpädagogik darum, schreibblockaden zu überwinden und sich selber davon überraschen zu lassen, was dabei entsteht. Weiterlesen

tagung der ernst-bloch-gesellschaft zum begriff von heimat und stadt

berlin ist dieses jahr der tagungsort der ernst-bloch-gesellschaft, die das andenken des philosophen pflegt und diskutiert. da die veranstaltung in der metropole berlin stattfindet, in der bloch auch eine zeitlang wirkte und diskutierte. der stadt, die weit von seiner heimat entfernt lag, widmet sich das treffen vom 03ten bis 05ten oktober den begriffen „heimat“ und „stadt“ bei bloch. dazu finden verschiedene vorträge aus unterschiedlichen blickwinkeln statt. alle veranstaltungen sind kostenfrei und stehen jedem offen.

hatte vor einer weile der „segeberger kreis“ sein treffen unter das motto „schreiborte“ gestellt, wird bei der tagung der ernst-bloch-gesellschaft“ erst einmal der ort betrachtet, der vielleicht in späteren momenten auch zum schreibort werden kann. für menschen mit interesse an philosophischen diskursen ist die gesellschaft unter folgender adresse zu finden: http://www.ernst-bloch-gesellschaft.de/ . und das programm der tagung kann als pdf-datei hier betrachtet werden: http://www.ernst-bloch-gesellschaft.de/images/ebg-tagung-stadt-2008.pdf . vielleicht ist dies einen besuch in der stadt wert, um über die stadt nachzudenken.

biografisches schreiben und gelesenes

mensch greift gern zu geschriebenem anderer menschen, wenn er nicht mehr weiter weiß oder ein wenig muse hat. in diesen momenten kann es passieren, dass das gelesene so großen einfluss auf ihn hat, dass er sein ganzes leben verändert. einem neuen glauben beitritt, anfängt selber zu schreiben oder seine ernährung vollständig ändert. geschriebenes hat also einfluss auf unsere lebensgeschichte. dies wird beim erfassen der eigenen biografie oft gern vergessen.

gelesenes kann ein buch oder ein zeitungsartikel sein. oft ist geschriebenes der erweiterte ausdruck einer gesellschaftlichen entwicklung, doch das muss nicht sein. so hat der mensch im vorfeld eventuell für sich festgestellt, es muss sich etwas ändern. dann muss er nur noch zum passenden buch greifen und schon steht der entschluss fest, einen bruch ins leben einzufügen. gelesenes kann den heranreifenden entschluss nur bestärken. genauso kann gelesenes aber auch der auslöser eines umdenkens sein. das lässt sich nur im nachhinein feststellen. aber da sage noch einmal einer sagen, literatur habe wenig einfluss auf die menschen und die gesellschaft.

wichtig erscheint hier aber vorrangig, dass es hilfreich beim verfassen der eigenen lebensgeschichte sein kann, einen blick auf die konsumierten kulturgüter zu werfen, mit der frage, welches schreibprodukt hatte den größten einfluss auf mein leben? dabei kann im nachhinein erstaunliches zutage treten. vergleicht man diese betrachtung mit der frage, welcher film, welche fernsehsendung oder welche homepage das eigene leben stark beeinflusst haben, werden die meisten menschen feststellen, dass die wirkung der bücher meist größer ist.

dazu gehört natürlich, dass man überhaupt bücher oder zeitungen liest. es ist aber meist ein zusammenhang herzustellen, dass jemand bücher liest und auf die idee kommt, seine lebensgeschichte zu verfassen. was nicht heisst, dass die anderen lebensgeschichten nicht genauso interessant wären. doch dazu in den nächsten betrachtungen zum biografischen schreiben mehr.

wortklauberei (7)

„wintereinbruch“

nicht mehr lang, dann werden die nachrichten vermelden, der winter sei eingebrochen. nur worein? das sagt nie jemand. in den herbst, die natur oder doch den zugefrorenen see. dieses wort suggeriert vor allen dingen, nur der winter komme sehr plötzlich und alle anderen jahreszeiten lassen sich zeit. doch auch auf den winter werden wir mehrere monate vorbereitet, dafür ist der herbst zuständig. es wird immer kälter, die bäume verlieren ihre blätter und erste nachtfröste kühlen die landschaft ab. doch dann kommt schlagartig der winter, mit dem anscheinend niemand gerechnet hat.

gut, demnächst hat sich dies wirklich geändert haben. dann wird es keinen winter mehr geben und der herbst wird direkt in das frühjahr übergehen. dann kann mit fug und recht von „wintereinbruch“ gesprochen werden, wenn einmal schnee fällt und einen tag lang dauerfrost herrscht. mit dem sommer gehen wir jedenfalls geduldiger um. es wird eine stetige temperatursteigerung verzeichnet und es werden die tropischen nächte gezählt (ich glaube das waren über 20 grad celsius in der nacht). dabei hatten wir dieses jahr mehrmals einen sommereinbruch, als von einem auf den anderen tag die temperaturen auf über 35 grad gestiegen sind.

doch kein mensch sprach vom sommereinbruch, wahrscheinlich, da nichts vom himmel gefallen ist außer sonnenstrahlen. noch komplizierter wird es bei der frage, was ein herbsteinbruch ist. und der frühling, der bricht nur aus. eigentlich könnte man den wintereinbruch auch herbstabbruch oder frühlingsvorstufe nennen.

doch die erklärung ist sicherlich ganz einfach. da viele menschen die kälte nicht so mögen, kommt der winter über sie und sie können sich nicht wehren, wogegen der sommer von ihnen gern begrüsst wird. und das schnelle sinken der temperaturen lässt die temperaturen auch einbrechen. dabei können temperaturen noch nicht einmal sinken. ganz schön gewalttätig die kommende jahreszeit. diesmal einhergehend mit einem kurseinbruch 😮

web 2.0 und unübersichtlichkeit

 

das internet ist ein riesiger pool an informationen, die kein mensch bewältigen kann. das schreckt viele ab, sich in die tiefen des netzes zu begeben, könnte es einem doch passieren, dass zur gerade verfassten arbeit noch zwanzig weitere interessante informationen auftauchen. so zwingt das web 2.0 einen zum mut zur lücke oder man versinkt im strudel der daten.

die größte schwierigkeit besteht darin, den takt der nutzung selbst zu bestimmen. die krux des computers zeigt sich vor allen dingen in der geschwindigkeit des weiterklickens. denn je schneller man wieder woanders hinklickt, um so schneller werden einem weitere informationen zur verfügung gestellt. Weiterlesen

kreatives schreiben und stress

 

eine der häufigsten begründungen, weshalb menschen keine texte und geschichten schreiben, obwohl sie lust dazu hätten, ist, dass sie nie genug zur ruhe gekommen seien, um sich hinzusetzen und zu schreiben. stress ist eine oft gebrauchte ausrede dafür, nicht das gemacht zu haben, das einem gefällt. es wäre eher zu fragen, weshalb so viele menschen dinge machen, die gar nicht ihren bedürfnissen entsprechen? aber das ist eine eher psychologisch-gesellschaftstheoretische frage.

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schreibidee (55)

diese schreibidee lässt sich nur mit guten freundInnen oder einer länger arbeitenden schreibgruppe umsetzen. denn die grundlage ist aufwendig und von längerer zeitdauer. es soll ein „postkartenroman“ entstehen. also ein fortsetzungsroman auf postkartenbasis.

wird die idee zu zweit umgesetzt, besteht die möglichkeit, dass an zwei geschichten gleichzeitig geschrieben wird. so ist gewährleistet das jede person der beiden eine geschichte starten darf. der anfang der karte wird auf eine postkarte geschrieben und an die andere person geschickt. diese schreibt die fortsetzung auf eine andere postkarte und schickt sie zurück. so geht es lang hin und her, bis die geschichte zu einem ende findet. gleiches findet in der gegenrichtung statt. das schöne an der schreibidee besteht darin, regelmäßig post zu erhalten und je nach tagesstimmung eine fortsetzung zu formulieren.

ähnliches lässt sich auch in einer schreibgruppe umsetzen. hierbei wird das ergebnis noch zufälliger ausfallen, denn die teilnehmerInnen erhalten nur die letzte postkarte zum weiterschreiben und wissen nicht, was vorher geschrieben wurde. wenn man den ablauf strukturierter haben möchte lässt sich so eine fortsetzungsgeschichte auch per mail in der schreibgruppe verfassen. hier ist es natürlich gar kein problem zu lesen, was andere vorher geschrieben haben. bis so eine geschichte zu einem „roman“ wird, geht jedenfalls eine ganze menge zeit ins land. also nur etwas für längerfristige gruppen oder freundschaften.

verlag (14) – diogenes

klein aber fein könnte man sagen, wenn der verlag wirklich klein wäre. was die diversen sparten angeht konzentriert er sich auf poesie und prosa. was das herkunftsland angeht, kann auch von kleiner die rede sein, die schweiz. und wie die schweiz in manchen bereichen altbacken und traditionell wirkt, bot sie bei kunst und kultur schon immer eine ungewöhnliche vielfalt und größe.

so erscheint auch die homepage des diogenes verlages auf den ersten blick sehr schlicht. doch sie hat es im verlag zu manchem größeren verlag in sich. sie ist sehr übersichtlich und informativ. bietet sie doch zu jedem autor und jeder autorin einen klaren überblick, nicht nur zum verlagsangebot, sondern auch zu den hörbüchern, zur biografie der autorInnen und zu möglichen leseproben, bis zu downloads und lesungen. dabei kann man zum beispiel einen ganzen essay als auszug aus den gesammelten werken über alfred andersch herunterladen.

also ein verlagsauftritt der alles bietet, was der lesende mensch erst einmal gern wissen möchte und sicher sinnvoller als jede aufwendige flash-animation, die zwar hübsch aussieht aber keine infos gibt. zu finden ist die seite unter: http://www.diogenes.ch/ .

internationales literaturfestival berlin startet morgen

nach den ganzen großevents wie fussball-em, csd, lange nacht der museen, modemessen und dem nicht enden wollenden tourismusstrom in berlin ist stehen dieses jahr nur noch der marathon und ein paar kulturevents an. eines davon hat sich in den letzten jahren zu einer die ganze stadt überziehende ereignis entwickelt. das internationale literaturfestival. es widmet sich dieses jahr der afrikanischen literatur und bietet eine fülle an lesungen und diskussionen. es beginnt am 24ten september dauert bis zum 05ten oktober an. hier das programm vorzustellen würde keinen sinn machen, da es viel zu groß ist. darum einfach kurz und knapp der link zu allen weiteren informationen: http://www.literaturfestival.com/ . das programm spricht für sich und bereitet ein wenig auf die filmfestspiele vor, dazwischen liegen noch ein paar ausstellungen und theateraufführungen, nicht zu vergessen die großen konzerte, also jetzt einfach kultur pur, bis es wieder frühling wird 😀

schreibpädagogik und schulaufsätze

ich war vor ein paar tagen auf den blog von „arnaba“ aufmerksam dadurch geworden, dass es einen beitrag zum kreativen schreiben gab. dieser verwies wiederum auf den lehrer karl glaser in österreich, der viele seiner unterrichtsmaterialien und -ideen seinen schülerInnen im netz zur verfügung stellt. es steckt viel arbeit dahinter all das zusammenzutragen, das er aufgelistet hat. deshalb würde er sich sehr darüber freuen, wenn andere pädagogInnen, die seine themenvorschläge verwenden, ihm dies zumindest mitteilen würden, so unter dem label „fair use“.

so hat er zum beispiel zum thema „aufsatz, reden, schreiben“ eine menge ideen für schülerInnen zusammengetragen, die in vielen bereichen dem kreativen schreiben recht nahe kommen oder ideen für eigene aufsatzthemen und schreibaufgaben geben könnten. zu finden ist die sammlung unter: http://home.schule.at/teaching/k.glaser/deutschaufsatz.htm .

generell regen die schreibideen zu der überlegung an, weshalb in schulen bis jetzt so wenig kreatives schreiben umgesetzt wird, und so wenige der schreibtechniken gelehrt werden. sicher war der aufsatz immer orientiert an bestimmten schreibformen, da hat sich seit meiner schulzeit nicht viel geändert. es ist immer noch die „erörterung“ zu verfassen oder ein erlebnisbericht. nur die förderung der fantasie könnte noch stark vorangetrieben werden. aber wie erklärte mir eine lehrerin vor jahrzehnten: ich sei ein tagträumer und dies meinte sie ausschließlich negativ. so übernimmt die schule weiterhin oft genug die rolle, eher vom fantasieren und schreiben abzulenken, denn auf die möglichkeiten hinzuweisen. das ist sehr schade, da nicht selten im späteren studium und berufsleben viele genau am schreiben und fabulieren scheitern. hier bleibt noch viel zu verändern, auch unter zuhilfenahme der neuen techniken, wie des web 2.0. dann würden schülerInnen auch nicht nur schnell lesen, sondern sich zeit lassen beim lesen am bildschirm. die seite von karl glaser ist zumindest ein guter anfang.

mein ergebnis der schreibaufgabe (13)

mit wilden dreizehn

bine sitzt auf der bank wie jeden tag. sie fühlt sich einsam und zweifelt ob sie das alles so weitermachen kann. es ist zu viel. wären es zwillinge oder drillinge gewesen, hätte sie es vielleicht geschafft. sich aber nach der kita jeden tag um die vierlinge kümmern, das ist kaum zu schaffen. im sommer, wie jetzt, fällt es leicht. sie geht mit den vieren einfach auf den spielplatz und setzt sich auf die bank. sie beobachtet die kleinen dabei, wie sie spielen und schaut, dass nichts schief geht. tobi will zur zeit immer nur sand sieben, seitdem er erkannt hat, dass man kleine schätze im sand des spielplatzes finden kann. leider findet er auch heroinspritzen oder kondome, die vom nächtlichen sex übrig sind. hansi interessiert sich zur zeit für tiere. vor kurzem fragte er bine, ob er auch paarzeher sei. und bine zählte mit ihm seine zehen. sie kamen gemeinsam zu dem schluss, dass er fünfzeher sei, maximal zehnzeher. rudi ist der dreiste von den vieren. er klaut immer den anderen kindern im sandkasten die förmchen. wenn bine ihn zur rede stellt, woher er denn die neue form habe, die wie ein goldfisch aussieht, meint er ganz frech: „die hat vati mir geschenkt. die ist neu, natürlich!“ bine fragt dann auf dem platz rum, ob jemand anderem das förmchen gehört. und es zeigt sich schnell, dass rudi den fisch dem kleinen kevin geklaut hatte. bine versucht schon seit wochen, rudi den unterschied zwischen „mein“ und „dein“ zu erklären. doch bis heute hat es noch nicht funktioniert. und dann gibt es noch den richie. er ist der verträumte von den vieren. er glaubt an zauberer und elfen, an trolle und hexen. vor ein paar tagen stand er nachts plötzlich auf dem dach. bine hatte noch einmal in sein zimmer geschaut, ob er gut schlafe und er war nicht da. sie suchte überall nach ihm und fand ihn auf dem dach balacierend. als sie ihn fragte, weshalb er das gemacht habe, meinte er: „zwo elfen haben gesagt, wenn ich mitkommen, zeigen sie mir ihr land.“ nachdem er wieder im bett war, saß sie im wohnzimmer und weinte. seit mutti vor einem halben jahr gestorben ist, muss sie vati helfen, sich um ihre brüder zu kümmern. aber sie kann das nicht. es ist zu viel. sie würde viel lieber mit achim, der immer mit seiner kleinen schwester da drüben auf der bank sitzt, mal einen abend lang ausgehen. sie mit ihren wilden dreizehn und er mit seinen jungen fünfzehn.

machen internet und web 2.0 dumm? (teil 2)

vorsicht! untersuchungen haben gezeigt, dass ihr leseverhalten beim lesen dieses posts konsequent abnehmen wird und sich am schluss die frage stellt, ob sie überhaupt noch wissen, was sie gelesen haben. um ihre aufmerksamkeit zu erhöhen habe ich mir erlaubt das schriftformat zu vergrößern. so sinkt die gefahr, dass sie die zeilen aus dem blick verlieren.

denn wieder widmet sich ein redakteur der süddeutschen zeitung in der heutigen ausgabe einem teil der forschungen, die sich dem leseverhalten im internet widmen. und wieder scheint ein teil der ergebnisse erschreckend zu sein. vor ein paar monaten wurde die frage, wie dumm das internet macht, schon einmal in der sz aufgeworfen. siehe folgendes post: https://schreibschrift.wordpress.com/2008/07/24/machen-internet-und-web-20-dumm/ .

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biografisches schreiben und lieblingsorte

 

man breite eine karte vor sich aus, je nachdem, wie die reichweite und das einzugsgebiet der eigenen lebensbewegungen waren. dann notiere man auf der karte all die orte, die man besuchte. dabei kann es sich um die eigenen wohnorte aber auch die urlaubsorte, die man im laufe seiner lebensgeschichte aufsuchte. und nun erinnere man sich an die orte, an denen man sich aufhielt und erstelle eine reihenfolge vom schönsten bis zum schlimmsten ort.

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