„hilfe – alles wird teurer! – so kann ich sparen“ – eine medienkritik

 

ja, alles wird teurer, auch die gez-gebühren. und die werden von der ard verwendet, um eine sendung zu produzieren, die den menschen zeigt, wie sie geld sparen können, und zwar „hilfe – alles wird teurer! – so kann ich sparen“. denn dann können sie immer ihre gez-gebühren zahlen, auch für den heimcomputer. es ist unglaublich, dass das öffentlich-rechtliche fernsehen pure politik macht und der askese, dem sparen das wort redet.

wir leben in keinem armen land, wir leben in einem land, das ungerecht verteilt. wer nicht mehr die volle leistung bringen kann, der wird gegängelt, die solidarität ist flöten gegangen. folge davon und auch vom leben auf kosten anderer auf der welt sind steigende preise. aber nicht nur, andere verdienen sich eine goldene nase. eine konsequenz daraus könnte eine sendung mit dem titel sein: „hilfe – alles wird teurer! – ich will mehr gehalt!“. aber nein, das erste ist ganz nah am bürger und zeigt ihm auf, dass er nur ein wenig seinen lebensstil ändern muss und dann bleibt alles beim alten. die gebühren und steuern steigen, energiekosten erhöhen sich und die grundversorgung wird weiter privatisiert. landesbanken können sich dann so viel verspekulieren, wie sie lustig sind, es hat keine konsequenzen.

übrigens, eine gute sparmethode ist es zumindest in berlin, auf die listen für die diversen empfänge und feierlichkeiten der politik zu kommen und so nicht kochen zu müssen. doch der mensch ist undankbar. das ist in der folgesendung „fakt“ vom mitteldeutschen rundfunk zu erfahren. da gibt es die löbliche einrichtung „der tafel“, die lebensmittel, die übrig sind aus supermärkten und restaurants holt und menschen am rande des existenzminimums zur verfügung stellt. doch die menschen mögen nicht jedes nahrungsmittel, das ihnen zugewiesen wird. so eine frechheit aber auch, haben die doch noch einen eigenen geschmack. der ganze beitrag handelte davon, dass wir in einer verschwendungskultur leben, formuliert aber nicht, dass sich in diesem zusammenhang nicht ausschließlich der mensch ändern muss, sondern vor allen dingen die mechanismen im hintergrund.

denn auch die ard lebt von der werbung und den sendungen, dass man von allem noch ein wenig mehr haben kann. erst die bedürfnisse anheizen, um dann dem einzelnen einen moralischen vortrag zu halten, dass er an sich halten sollte. einzig erstaunlich ist es, dass es bei uns so wenig sozialneid gibt. denn auf der anderen seite ist das fernsehen voll von sendungen, wie in edelrestaurants gekocht wird und konsumiert wird von menschen, die nicht wirklich begründen können, weshalb sie so viel mehr verdienen als andere. da hat anscheinend viel mit glück zu tun, nur nicht mit dem richtigen sparen 😦

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