ergebnisse der schreibaufgabe (12)

aktuelle anlässe machten es mir leicht einen text für die schreibaufgabe zu verfassen:

„schön mit ihnen gesprochen zu haben. das macht 2.50 euro bedienzuschlag.“

scheisse, ich seh doch jetzt schon, dass der auf krawall gebürstet ist. wie ich sie kenne, diese kunden, die bahn fahren aber gleichzeitig etwas zu kritisieren haben. nun, ganz ruhig martin, du regst dich nicht auf. er wird sich aufregen, du nicht. immer schön freundlich. mein magengeschwür zwickt. was bildet der sich ein. ich soll nichts sagen. er möchte den bedienzuschlag sparen. bin ich denn ein automat? er hat schon alle züge rausgesucht. wozu sitz ich eigentlich hier? vorsicht, der blutdruck steigt. immer denken: „du bist hier der boss! du bist hier der boss!“ lächeln und eintippen, was er dir sagt. alles schön langsam. siehst du, du hast ihn in der hand. er hat es eilig und wird nervös. so, so , du willst keinen bedienzuschlag zahlen. dann dauert es eben ein wenig länger.

jetzt sprech ich ohne vorwarnung mit ihm. mal sehen, was er macht. frechheit, ich halte meine klappe nicht, nur damit er den zuschlag spart. sowas habe ich noch nicht erlebt. der hält sich tatsächlich die ohren zu. na gut, nächste stufe, ich schreib es ihm auf: wenn sie das nutella ticket besorgen, wird es preiswerter. er schüttelt den kopf und hämmert auf den tresen. soll ich den sicherheitsdienst holen? abwarten, gefilmt wird es sowieso. mir können die nichts vorwerfen, ich muss ihm doch sagen, wie er ein preiswertes ticket bekommen kann.

jetzt druck ich erst einmal die zugverbindungen aus. hat er zwar selber rausgesucht, aber es gehört zum service. wie gut, dass ich den drucker auf langsam runterregeln kann. ich seh es in seinen zusammengekniffenen äuglein, der kocht. „du bist hier der boss! du bist hier der boss!“ kann ich denn was dafür, dass mehdorn blöde regelungen erlässt? so, jetzt schieb ich ihm einen zettel hin. er will nicht draufschauen und guckt in die luft. mir einfach das geld hinknallen und nicht abwarten, bis ich ihn fragen kann, ob er eine bahncard hat. das geht nicht. mist, das magengeschwür. jetzt hau ich mal auf den tresen. na siehste, zettel rechtzeitig hochgehalten und schon hat er es gelesen. mit mir nicht bürschchen. ich hab es gesehen. er hat den kopf nochmal geschüttelt. die kamera hat es eingefangen. der bedienzuschlag ist sicher. er will eine reservierung, noch ne chance. ooops, ist kein platz mehr in einem großraumwagen frei. jetzt muss er reagieren. er will schon wieder nicht auf den zettel schauen. du hast es nicht anders gewollt. jetzt bekommst du das falsche ticket. leider endet deine fahrkarte eine station früher. du brauchst nicht mehr schauen. so, alles ausgedruckt, geld kassiert und den rest retour. allein die verblüffung in seinem gesicht, dass es billiger geworden ist, war es wert. und noch das kärtlein rübergeschoben. der satz gefällt mir. „schön mit ihnen gestikuliert zu haben. das macht 2,50 bedienzuschlag“. hab ich schon abgezogen. er will nicht auf´s kärtlein schauen. erledigt. winke, winke.

jetzt schaut er auf das kärtlein. oh, welche freude, er explodiert. prima, er geht schnurstracks zum beschwerdeschalter. helga wird sich freuen, noch einmal 2,50 euro bedienzuschlag. er redet auf sie ein, ich sehe es. helga und ich, wir sind ein gut eingespieltes team. wollen doch mal sehen, ob wir diese schnösel nicht erziehen können. nicht reden, pfhh. ich wusste es: „du bist hier der boss! du bist hier der boss!“

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