Tagesarchiv: 11. September 2008

schreibpädagogik und kleingruppen-konflikte

 

wer eine gruppe anleitet, und dabei spielt es keine rolle, ob es sich um eine schreibgruppe oder andere arbeitsgruppen handelt, der kann immer das phänomen beobachten, dass sich in den gruppen wieder gruppen bilden. erst einmal ist das eine sehr menschliche reaktion, da man nicht jeden menschen in seinem umfeld sympathisch finden muss. kleine gruppen sind oft überschaubarer und vermitteln eine gewisse sicherheit.

das geht so lang gut, so lange sich die kleingruppen bilden, aber ihre jeweilige existenz nebeneinander akzeptieren. schwierig wird es ab dem moment, ab dem die kleingruppen in konkurrenz zueinander treten. solang es sich dabei um eine kreative konkurrenz handelt, kann es kaum konflikte geben, sondern um eine sportliche auseinandersetzung. meist wird es dann anstrengend und konfliktbeladen, wenn es zum beispiel um die verteilung von aufmerksamkeit oder sogar ressourcen geht. dann kann ein kleingruppenkonflikt eine große gruppe vollständig sprengen.

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kreatives schreiben und überraschungseffekte

 

geschichten leben meist davon, dass sie nicht geradlinig verlaufen. schon im titel ist es möglich, die leserInnen neugierig auf das geschriebene zu machen. so hätte ich hier den titel „kreatives schreiben und fusspilz“ wählen können. da sich niemand darunter etwas vorstellen kann, wäre der text sicherlich angelesen worden. deshalb lohnen sich beim kreativen schreiben übungen in den schreibgruppen, die erst einmal absurde situationen entstehen lassen und die vor allen dingen mit brüchen arbeiten.

denn eine geschichte, die nach dem prinzip „und dann…“ funktionieren werden von leserInnen selten interessant empfunden. Weiterlesen

biografisches schreiben und niederlagen

 

wer kennt das nicht? man hört lang nichts von guten freundInnen, da bei ihnen alles rund läuft. auch selber meldet man sich bei vielen eher in den momenten, in dem es einem nicht so prima geht. dann, wenn sich probleme auftun, sucht man sich gern emotionale unterstützung im eigenen sozialen netzwerk. anscheinend sind die situationen, die einem wie steine im weg erscheinen, die, die unsere kräfte mobilisieren, etwas zu verändern. man lernt an ihnen, und wie oft formuliert wird, man wächst an ihnen.

deshalb ist es interessant für die eigene biografie, wann die eigenen pläne scheiterten. wann man sich in seiner lebensgeschichte an einem punkt befand, der das gefühl des scheiterns bei einem hinterließ. Weiterlesen