Tagesarchiv: 12. September 2008

ein teil der schwulen ist in der mitte der gesellschaft angekommen

das magazin der süddeutschen zeitung stellt heute die nicht ganz unberechtigte frage, wer spießiger sei, der schwule, der inzwischen gesellschaftlich integriert und gut positioniert ist oder der heterosexuelle mensch. zumindest ist seit der möglichkeit der „verpartnerung“, auch homo-ehe genannt, der trend zu verzeichnen, dass etliche homosexuelle männer sehr bemüht sind, das bessere heterosexuelle paar abzugeben. ein ganz amüsanter artikel, der zumindest eine entwicklung im „männerheft“ des sz-magazins aufs korn nimmt.
beim blick hinter die kulissen der lebenswelten homosexueller männer fällt aber auf, dass der artikel nur einen geringen teil der schwulen lebensweisen streift. nur ein kleiner teil ist in der „fragwürdigen“ mitte der gesellschaft angekommen. die krux besteht jedoch darin, dass dieser kleine teil vor allen dingen die meinungsführerschaft für die homosexuellen männer beansprucht und somit auch hauptsächlich von der gesellschaft wahrgenommen wird. außerdem ist dazu zu bemerken, dass die gesellschaft froh erscheint, endlich auf „normale“, soll heißen „spießige“ schwule zu treffen, die die grundfesten nicht so in frage stellen. so muss man sich auch nicht weiter mit anderen lebenskonzepten auseinandersetzen. zudem ist es natürlich schön, dass homos akzeptieren vor dem gesetz als nicht gleich eingestuft zu werden, auch wenn mancher protest erfolgt.
aber das recht, sein leben so einzurichten, wie man möchte, hat jeder. dafür hat man sich zur genüge eingesetzt. das eigentliche problem bleibt die verschiebung der gesellschaftlichen wahrnehmung. aber das wussten wir schon, bevor die homoehe eingeführt wurde, es war absehbar, dass der schritt vom straight-acting zum straight-wedding gehen würde. der artikel des sz-magazins ist zu finden unter:
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/26376

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web 2.18 – homo-blogs

gemäß der schreibidee mit den farbigen wochentagen, erkläre ich diesen freitag zum „pink friday“ und möchte auf ein paar interessante blogs hinweisen. einer der vielfältigsten und interessantesten blogs ist der des „rosa schafs“. eine mischung aus selbstfindung und gesellschaftskritik wird aus lesbischer sicht „gegen die gesamtscheiße“ betrachtet und nimmt sich diverser themen aus der homo-welt an. (um gleich die aufklärerische komponente einzufügen: „homos“ sind nicht automatisch männer, auch wenn dies oft so verstanden wird). der blog ist vielfältig und interessant, ein blick unter http://rosaschaf.wordpress.com lohnt sich.

unter dem label „liberal“ firmiert der blog „gay west„, der vor allen dingen schwulenpolitisch statements abgibt, die zur diskussion anregen, auch wenn sie nicht immer vom autor dieses blogs geteilt werden. aber viele positionen liegen doch abseits der bürgerlichen lesben- und schwulen-szene, die gerade sehr bemüht ist, öffentliche positionen zu besetzen. zu finden ist der blog unter: http://gaywest.wordpress.com/ . und dann gibt es noch etliche blogs, die sich mit dem schwulen leben an sich beschäftigen. ist es doch immer wieder eine gratwanderung zwischen anpassung und widerständigkeit. denn eigentlich gibt es das „schwule“ leben nicht, aber es wird gern dazu gemacht, eventuell um nicht in der „normalität“ unterzugehen. doch wäre homosexualität „normal“ bedürfe es heutzutage keines coming outs mehr. so lang es das coming out noch gibt, kann man weiterhin davon ausgehen, von etlichen menschen als außerirdisch angesehen zu werden. und so kann man die widerständigkeit gegen jegliche form von homophobie sehen bei „the gay dissenter„. hier werden alle nachrichten die schwule angreifen auch auf- und angegriffen. sehr reichhaltig und viele infos. zu finden unter: http://stevenmilverton.com/