schreiben und geschwindigkeit der ereignisse

 

so schnell kann es gehen. gerade noch eine kleine bösartige geschichte über die „bedienpauschale“ bei der deutschen bahn geschrieben, schon ist sie wieder abgeschafft. nun, hier stört es nicht, ergab sich die geschichte doch aus der empörung heraus, was man sich als nutzer eines dienstleistungsunternehmens noch alles gefallen lassen muss.

schwieriger sieht es aus, wenn man eine menge arbeit in einen text, eine geschichte gesteckt hat und feststellen muss, dass sie nicht mehr tragbar ist, da sich etwas grundlegendes geändert hat. aktuelles beispiel ist die biografie von kurt beck, der das letzte kapitel jetzt fehlt, die aber zur buchmesse in den verkauf kommen sollte und in nächster zeit groß von gerhard schröder vorgestellt werden sollte. hier ist der versuch, eine biografie für die eigene politische positionierung zu nutzen, gescheitert.

auch im wissenschaftlichen schreiben besteht vor allen dingen in den naturwissenschaften die gefahr, dass vor der veröffentlichung einer neuen erkenntnis oder eines neuen vorschungsergebnisses jemand zuvorkommt. diese berufsgruppe wird nur noch übertroffen von den journalistInnen, die nie wissen, ob ihr artikel es bis zur veröffentlichung überlebt oder ob er in den nächsten stunden von wichtigeren ereignissen überholt wird. es wäre einmal interessant zu erfahren, wieviele artikel eigentlich für den papierkorb geschrieben werden.

in anderen schreibenden zusammenhängen ist die gefahr natürlich nicht so groß. einzig die geschwindigkeit der kommunikation kann unter druck setzen, da gesellschaftliche veränderungen und debatten in einer immer schnelleren abfolge aufgegriffen und wieder fallengelassen werden. so ist es hilfreich, wenn man sich nicht unter zeitdruck setzen lassen will, themen zu nehmen, die eine lange überlebensdauer haben. themen wie liebe, angst, beziehungen, gewalt oder ungerechtigkeit waren schon immer stoff für die literatur und werden es auch in zukunft sein. einziger nachteil, es ist schon sehr viel zu den themen geschrieben worden und die gefahr besteht, dass das eigene produkt damit verglichen wird. also steht man vor der entscheidung, wenn man öffentliche aufmerksamkeit will, entweder etwas schnell zu aktuellen themen zu schreiben oder sich einem altbewährten thema auf eine neue art anzunähern. oder es auszuhalten, dass manche arbeit nicht ganz so wahrgenommen wird, wie man es wollte 🙂

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