kreatives schreiben und geld

 

je größer die „geldvernichtung“ zur zeit an den börsen und bei den banken erscheint desto unsicherer werden die menschen ob ihrer eigenen finanziellen absicherung. sie suchen nach möglichkeiten auf diversen wegen die selbstversorgung zu organisieren. abseits der notwendigen empörung über eine zu erwartende entwicklung, sei hier die frage gestellt, kann man mit kreativem schreiben eigentlich geld verdienen?

eher nicht. sicherlich kann man für die durchführung einer schreibwerkstatt oder einer schreibgruppe eine teilnehmerInnengebühr verlangen, die dem aufwand gerecht wird. ein weiteres ungeschriebenes gesetz ist es, werden dienstleistungen kostenlos oder für lau angeboten, ist das interesse eher gering, da ein mensch gern die koppelung herstellt, nur was etwas kostet, kann auch qualitativ hochwertiger sein. doch schreibgruppenleiterInnen können in den seltensten fällen ihren vollständigen lebensunterhalt über die durchführung von schreibgruppen finanzieren. bei den meisten professionellen anbieterInnen kommen oft noch andere tätigkeiten und angebote hinzu, die es ermöglichen, sich selbst zu versorgen.

ähnlich schwierig sieht es mit den möglichkeiten aus, mit dem im kreativen prozess entstandenen seinen lebensunterhalt zu verdienen. nur wer blockbuster schreibt oder sich über andere wege einen namen gemacht hat, hat die möglichkeit mit schreiben oder schreiben lehren über die runden zu kommen. das erscheint umso erstaunlicher, da die bedeutung des schreibens nicht zu unterschätzen ist. hat aber auf der anderen seite damit zu tun, dass in langer tradition „kreativität“ und „kultur“ als verzierung des alltags gesehen werden. kreatives schreiben wird von vielen belächelt als ein hübsches hobby ähnlich wie das klöppeln oder malen. dass aber diese formen der kommunikation sowohl den gesellschaftlichen diskurs erst ermöglichen und einen therapeutischen effekt bieten, wird in weiten teilen der bevölkerung nicht akzeptiert. dies geht einher mit einer aufwertung der selbstverantwortung für die eigene befindlichkeit. die gesellschaft überlässt es den einzelnen, sich gedanken darüber zu machen, wie sie mit krisen und schwierigkeiten klarkommen. „pech gehabt“ wenn ihre bank gerade die schotten dicht macht. die privatisierung der sozialen absicherung und der solidarität überlässt den technokraten die welt. so bleibt das kreative schreiben eine randexistenz, die sich die leisten können, deren finanzen abgesichert sind. und es wird von denen gelehrt, die einen hohen idealismus an den tag legen. schade.

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