Tagesarchiv: 21. September 2008

biografisches schreiben und lieblingsorte

 

man breite eine karte vor sich aus, je nachdem, wie die reichweite und das einzugsgebiet der eigenen lebensbewegungen waren. dann notiere man auf der karte all die orte, die man besuchte. dabei kann es sich um die eigenen wohnorte aber auch die urlaubsorte, die man im laufe seiner lebensgeschichte aufsuchte. und nun erinnere man sich an die orte, an denen man sich aufhielt und erstelle eine reihenfolge vom schönsten bis zum schlimmsten ort.

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schreibidee (54)

es gibt eigenschaftszuschreibungen zu texten, die jedem verständlich sind. so bezeichnungen wie, das ist ein langweiliger, witziger, langer oder schöner text. man kann aber auch andere worte für texte finden, die einen metaphorischen charakter haben. vor- und nachteil dieser beschreibung ist es, dass alle etwas verschiedenes darunter verstehen. doch das macht es interessant für eine schreibanregung in schreibgruppen. die heutige schreibidee besteht darin, dass „materialien“ die grundlage der eigenschaftszuschreibung bilden.

ein möglichkeit besteht darin, die schreibgruppe aufzufordern einen „hölzernen“, einen „gläsernen“ oder einen „steinigen“ text zu verfassen. hierbei ist der fantasie der teilnehmerInnen keine grenze gesetzt. sie können einen text verfassen, der in ihren augen diese eigenschaft widerspiegelt. wenn sich dann die texte gegenseitig vorgestellt werden, kristallisiert sich vielleicht heraus, was man unter einem „hölzernen“ text verstehen könnte.

doch die schreibanregung kann auch anders gehandhabt werden. die teilnehmerInnen der schreibgruppe haben die freie wahl, welches material sie ihrem text zur grundlage machen wollen. es wird nur die anregung von „hölzern“ usw. gegeben. bei dieser vorgehensweise besteht die möglichkeit, dass „betonartige“, „gummiartige“ oder „stählerne“ texte entstehen. dabei lässt sich wunderbar eine selbstreflexion über das eigene schreiben einbauen. am schluss der geschichte sei noch eine viertel seite begründung angefügt, weshalb man seinen text so bezeichnet. beides, text und reflexion werden der schreibgruppe vorgestellt.

schreiben und erkältung

wenn es einem plötzlich im büro kalt wird obwohl die außentemperaturen gerade wieder steigen. wenn ein leichtes kratzen den hals hochschleicht. wenn alles ein wenig dumpfer erscheint. dann kann man davon ausgehen, dass so ein blöder virus mal wieder den alltag unterbricht.

der nächste morgen zeigt, es ist so weit. der hals kratzt nicht nur, er schmerzt. die körpertemperatur hat sich erhöht, das bett ist heiß. und irgendjemand hat einem in den kopf die mischung aus schleim und rotz gepumpt. da geht dann nicht mehr viel. die zeitung lässt sich noch lesen. das buch wartet auf bessere zeiten. ideen entstehen auch, wenn man da so rumliegt. doch schreiben, schreiben scheitert schon an den koordinatorischen unfähigkeiten auf der tastatur. der stift in der hand scheint schwer geworden zu sein, so schwer, dass das flotte hinterlassen einer spur in schwerfälliges gekrakel mutiert.

heiße zitrone, taschentücher, hustenbonbons und warten. warten, dass sich der körper im kampf gegen die bösen kleinen eindringlinge behauptet, die gedankenverstopfungen in die papiertücher abfließen und dann weitergebloggt werden kann. doch die ideen, die verschwinden nicht.