Tagesarchiv: 22. September 2008

mein ergebnis der schreibaufgabe (13)

mit wilden dreizehn

bine sitzt auf der bank wie jeden tag. sie fühlt sich einsam und zweifelt ob sie das alles so weitermachen kann. es ist zu viel. wären es zwillinge oder drillinge gewesen, hätte sie es vielleicht geschafft. sich aber nach der kita jeden tag um die vierlinge kümmern, das ist kaum zu schaffen. im sommer, wie jetzt, fällt es leicht. sie geht mit den vieren einfach auf den spielplatz und setzt sich auf die bank. sie beobachtet die kleinen dabei, wie sie spielen und schaut, dass nichts schief geht. tobi will zur zeit immer nur sand sieben, seitdem er erkannt hat, dass man kleine schätze im sand des spielplatzes finden kann. leider findet er auch heroinspritzen oder kondome, die vom nächtlichen sex übrig sind. hansi interessiert sich zur zeit für tiere. vor kurzem fragte er bine, ob er auch paarzeher sei. und bine zählte mit ihm seine zehen. sie kamen gemeinsam zu dem schluss, dass er fünfzeher sei, maximal zehnzeher. rudi ist der dreiste von den vieren. er klaut immer den anderen kindern im sandkasten die förmchen. wenn bine ihn zur rede stellt, woher er denn die neue form habe, die wie ein goldfisch aussieht, meint er ganz frech: „die hat vati mir geschenkt. die ist neu, natürlich!“ bine fragt dann auf dem platz rum, ob jemand anderem das förmchen gehört. und es zeigt sich schnell, dass rudi den fisch dem kleinen kevin geklaut hatte. bine versucht schon seit wochen, rudi den unterschied zwischen „mein“ und „dein“ zu erklären. doch bis heute hat es noch nicht funktioniert. und dann gibt es noch den richie. er ist der verträumte von den vieren. er glaubt an zauberer und elfen, an trolle und hexen. vor ein paar tagen stand er nachts plötzlich auf dem dach. bine hatte noch einmal in sein zimmer geschaut, ob er gut schlafe und er war nicht da. sie suchte überall nach ihm und fand ihn auf dem dach balacierend. als sie ihn fragte, weshalb er das gemacht habe, meinte er: „zwo elfen haben gesagt, wenn ich mitkommen, zeigen sie mir ihr land.“ nachdem er wieder im bett war, saß sie im wohnzimmer und weinte. seit mutti vor einem halben jahr gestorben ist, muss sie vati helfen, sich um ihre brüder zu kümmern. aber sie kann das nicht. es ist zu viel. sie würde viel lieber mit achim, der immer mit seiner kleinen schwester da drüben auf der bank sitzt, mal einen abend lang ausgehen. sie mit ihren wilden dreizehn und er mit seinen jungen fünfzehn.

machen internet und web 2.0 dumm? (teil 2)

vorsicht! untersuchungen haben gezeigt, dass ihr leseverhalten beim lesen dieses posts konsequent abnehmen wird und sich am schluss die frage stellt, ob sie überhaupt noch wissen, was sie gelesen haben. um ihre aufmerksamkeit zu erhöhen habe ich mir erlaubt das schriftformat zu vergrößern. so sinkt die gefahr, dass sie die zeilen aus dem blick verlieren.

denn wieder widmet sich ein redakteur der süddeutschen zeitung in der heutigen ausgabe einem teil der forschungen, die sich dem leseverhalten im internet widmen. und wieder scheint ein teil der ergebnisse erschreckend zu sein. vor ein paar monaten wurde die frage, wie dumm das internet macht, schon einmal in der sz aufgeworfen. siehe folgendes post: https://schreibschrift.wordpress.com/2008/07/24/machen-internet-und-web-20-dumm/ .

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