machen internet und web 2.0 dumm? (teil 2)

vorsicht! untersuchungen haben gezeigt, dass ihr leseverhalten beim lesen dieses posts konsequent abnehmen wird und sich am schluss die frage stellt, ob sie überhaupt noch wissen, was sie gelesen haben. um ihre aufmerksamkeit zu erhöhen habe ich mir erlaubt das schriftformat zu vergrößern. so sinkt die gefahr, dass sie die zeilen aus dem blick verlieren.

denn wieder widmet sich ein redakteur der süddeutschen zeitung in der heutigen ausgabe einem teil der forschungen, die sich dem leseverhalten im internet widmen. und wieder scheint ein teil der ergebnisse erschreckend zu sein. vor ein paar monaten wurde die frage, wie dumm das internet macht, schon einmal in der sz aufgeworfen. siehe folgendes post: https://schreibschrift.wordpress.com/2008/07/24/machen-internet-und-web-20-dumm/ .

und nun wird die frage aufgeworfen, ob wir im internet überhaupt noch richtig lesen. vor allen dingen die jugend bewegt sich teils hektisch durch die texte. abgesehen der frage, ob diese untersuchungen aussagekräftig genug sind (hier fehlen die hinweise auf die originalartikel), stellt sich das problem, dass mit texten im internet anders umgegangen wird als mit buchtexten. siehe artikel von bernd graff in der sz von heute: http://www.sueddeutsche.de/kultur/141/311065/text/ . und schon warnen die üblichen mahner, aber auch kommentarschreiber vor der verdummung der jugend. und abermals möchte ich die frage nach den ursachen für bestimmtes verhalten im internet fragen.

wenn schülerInnen in berlin inzwischen beinahe 50-stunden-wochen an der schule absolvieren und anschließend noch hausaufgaben zu machen haben (so werden stundenpläne erstellt die genau eine 1/2 stunde unter der obergrenze liegen, ab der keine hausaufgaben mehr gemacht werden müssen), wenn studentInnen im bachelor- und masterstudiengang einer verschulten ausbildung ausgesetzt werden und wenn in der arbeitswelt „just-in-time“ das zauberwort ist, dann verkürzen sich die zeiten für soziale kontakte enorm.

in diesem moment bedient das internet genau das, was von den konservativen kräften, die sich jetzt über das verhalten im netz mokieren, immer gewünscht war. aus menschen werden lebendige roboter, die bemüht sind immer mehr wissen anzusammeln und deren soziales leben sich auf das notwendigste reduziert. um das notwendigste zu kommunizieren, ist das internet die beste lösung. es bleibt nicht mehr viel zeit für den sozialen „schnickschnack“. also wird schnell gelesen, schnell reagiert, schnell geschrieben. man kann sich darüber echauffieren und den anwenderInnen dummheit unterstellen. man kann sich aber auch ernsthaft die frage stellen, ob in einer extrem komplexen welt nicht soziale kompetenzen einen höheren stellenwert einnehmen müssten. und dann käme man zu dem schluss, dass soziale kompetenzen nur mit einem gehörigen maß an freizeit ausgebildet werden können. und hier meine ich wirkliche freizeit. nicht dieses gehetze von kurs zu kurs, nicht die terminkalender-gesteuerten kleinfamilien, die auch die freizeit noch in ein fortbildungskonzept verwandeln und das ab der kita.

denn entspanntes lesen, wie sie dies gemacht haben, wenn sie mir bis hier gefolgt sind, benötigt freiräume. ebenso wie freundschaften und ausführliche kommunikation. das zauberwort ist wieder einmal „entschleunigung“ aber auch „freiheit“.

Eine Antwort zu “machen internet und web 2.0 dumm? (teil 2)

  1. Ich habe diesen Blog nicht komplett gelesen. Hauptgrund war hier allerdings nicht meine persönliche Verdummung, sondern der Umstand, dass alles klein geschrieben ist. Bescheidene Anmerkung hierzu: Groß- und Kleinbuchstaben fördern die Aufmerksamkeit beim Lesen und machen Texte fassbarer.

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