Tagesarchiv: 23. September 2008

verlag (14) – diogenes

klein aber fein könnte man sagen, wenn der verlag wirklich klein wäre. was die diversen sparten angeht konzentriert er sich auf poesie und prosa. was das herkunftsland angeht, kann auch von kleiner die rede sein, die schweiz. und wie die schweiz in manchen bereichen altbacken und traditionell wirkt, bot sie bei kunst und kultur schon immer eine ungewöhnliche vielfalt und größe.

so erscheint auch die homepage des diogenes verlages auf den ersten blick sehr schlicht. doch sie hat es im verlag zu manchem größeren verlag in sich. sie ist sehr übersichtlich und informativ. bietet sie doch zu jedem autor und jeder autorin einen klaren überblick, nicht nur zum verlagsangebot, sondern auch zu den hörbüchern, zur biografie der autorInnen und zu möglichen leseproben, bis zu downloads und lesungen. dabei kann man zum beispiel einen ganzen essay als auszug aus den gesammelten werken über alfred andersch herunterladen.

also ein verlagsauftritt der alles bietet, was der lesende mensch erst einmal gern wissen möchte und sicher sinnvoller als jede aufwendige flash-animation, die zwar hübsch aussieht aber keine infos gibt. zu finden ist die seite unter: http://www.diogenes.ch/ .

internationales literaturfestival berlin startet morgen

nach den ganzen großevents wie fussball-em, csd, lange nacht der museen, modemessen und dem nicht enden wollenden tourismusstrom in berlin ist stehen dieses jahr nur noch der marathon und ein paar kulturevents an. eines davon hat sich in den letzten jahren zu einer die ganze stadt überziehende ereignis entwickelt. das internationale literaturfestival. es widmet sich dieses jahr der afrikanischen literatur und bietet eine fülle an lesungen und diskussionen. es beginnt am 24ten september dauert bis zum 05ten oktober an. hier das programm vorzustellen würde keinen sinn machen, da es viel zu groß ist. darum einfach kurz und knapp der link zu allen weiteren informationen: http://www.literaturfestival.com/ . das programm spricht für sich und bereitet ein wenig auf die filmfestspiele vor, dazwischen liegen noch ein paar ausstellungen und theateraufführungen, nicht zu vergessen die großen konzerte, also jetzt einfach kultur pur, bis es wieder frühling wird 😀

schreibpädagogik und schulaufsätze

ich war vor ein paar tagen auf den blog von „arnaba“ aufmerksam dadurch geworden, dass es einen beitrag zum kreativen schreiben gab. dieser verwies wiederum auf den lehrer karl glaser in österreich, der viele seiner unterrichtsmaterialien und -ideen seinen schülerInnen im netz zur verfügung stellt. es steckt viel arbeit dahinter all das zusammenzutragen, das er aufgelistet hat. deshalb würde er sich sehr darüber freuen, wenn andere pädagogInnen, die seine themenvorschläge verwenden, ihm dies zumindest mitteilen würden, so unter dem label „fair use“.

so hat er zum beispiel zum thema „aufsatz, reden, schreiben“ eine menge ideen für schülerInnen zusammengetragen, die in vielen bereichen dem kreativen schreiben recht nahe kommen oder ideen für eigene aufsatzthemen und schreibaufgaben geben könnten. zu finden ist die sammlung unter: http://home.schule.at/teaching/k.glaser/deutschaufsatz.htm .

generell regen die schreibideen zu der überlegung an, weshalb in schulen bis jetzt so wenig kreatives schreiben umgesetzt wird, und so wenige der schreibtechniken gelehrt werden. sicher war der aufsatz immer orientiert an bestimmten schreibformen, da hat sich seit meiner schulzeit nicht viel geändert. es ist immer noch die „erörterung“ zu verfassen oder ein erlebnisbericht. nur die förderung der fantasie könnte noch stark vorangetrieben werden. aber wie erklärte mir eine lehrerin vor jahrzehnten: ich sei ein tagträumer und dies meinte sie ausschließlich negativ. so übernimmt die schule weiterhin oft genug die rolle, eher vom fantasieren und schreiben abzulenken, denn auf die möglichkeiten hinzuweisen. das ist sehr schade, da nicht selten im späteren studium und berufsleben viele genau am schreiben und fabulieren scheitern. hier bleibt noch viel zu verändern, auch unter zuhilfenahme der neuen techniken, wie des web 2.0. dann würden schülerInnen auch nicht nur schnell lesen, sondern sich zeit lassen beim lesen am bildschirm. die seite von karl glaser ist zumindest ein guter anfang.