web 2.0 und unübersichtlichkeit

 

das internet ist ein riesiger pool an informationen, die kein mensch bewältigen kann. das schreckt viele ab, sich in die tiefen des netzes zu begeben, könnte es einem doch passieren, dass zur gerade verfassten arbeit noch zwanzig weitere interessante informationen auftauchen. so zwingt das web 2.0 einen zum mut zur lücke oder man versinkt im strudel der daten.

die größte schwierigkeit besteht darin, den takt der nutzung selbst zu bestimmen. die krux des computers zeigt sich vor allen dingen in der geschwindigkeit des weiterklickens. denn je schneller man wieder woanders hinklickt, um so schneller werden einem weitere informationen zur verfügung gestellt. hier gehen zwei dinge einher. der versuch, sich ganz schnell einen überblick über die aufgerufenen seiten zu verschaffen, um dann die nächste aufzurufen. da mit dem klick beinahe zeitgleich sich die nächste seite aufbaut, entsteht der druck, diese seite auch sofort zu erfassen. doch das fordert überhaupt niemand. es ist die maschine, die durch ihre technische geschwindigkeit einen menschen in das gefühl versetzen kann, etwas verpassen oder übersehen zu können.

hilfreich scheint es in diesem moment, einmal kurz durchzuatmen, eine runde in der wohnung und um den block zu drehen, um sich dann wieder entspannter vor den bildschirm zu setzen. wenn man sich dieser beschleunigten informationszufuhr nur sehr schwer entziehen kann, dann sollte man sich ein limit setzen. zum beispiel nicht mehr als zehn seiten im web 2.0 am tag aufzurufen. wenn das limit überschritten wird, werden die zusätzlichen homepages vom kontingent des nächsten tages abgezogen. das kann dazu führen, dass es zumindest in der freizeit, computerfreie tage geben wird.

eine andere möglichkeit besteht darin, sich zu fragen, wer eigentlich von einem verlangt, so viel zu wissen. solange man die lust verspürt mehr zu erfahren befindet man sich auf der angenehmen seite des lernens. doch ab dem moment, ab dem man das gefühl hat, unter druck zu stehen, ist es nicht mehr lernen, sondern sammeln. hier besteht die gefahr zum informations- und wissens-messie zu werden. das netz wird immer unübersichtlich bleiben. doch die nutzerInnen müssen für sich einen weg finden auf ihrem computer übersicht zu schaffen. so sollte man in regelmäßigen abständen genug zeit einplanen, um den eigenen computer zu durchforsten, welche daten überhaupt notwendig sind und welche gelöscht werden können, da man sie nie wieder benötigen wird und sie auch niemand anderen interessieren. es empfiehlt sich mut zur gelassenheit, auch wenn andere signalisieren, dass man noch viel mehr wissen kann. denn gelassenheit speist sich ebenso aus wissen um das nicht-wissen-können.

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