Tagesarchiv: 5. Oktober 2008

schreibidee (58)

bin gerade bei einer lesung gewesen zum thema „heimat(en) in großer stadt“ der ernst-bloch-gesellschaft. da liegt es nahe, die schreibidee von „stadttexten“ aufzugreifen. jede stadt, jeder ort und jedes dorf hat so seine eigenheiten. angefangen beim dialekt bis zu den sehenswürdigkeiten und den lokalpolitischen ärgernissen. und jeder mensch lebt in einer ansammlung von anderen menschen. oft ist nur zu beobachten, und es ergeben sich „heimat“-texte., nicht zu verwechseln mit dem genre des „heimatfilms“.

in schreibgruppen kann erst einmal dazu aufgefordert werden, das eigene lebensumfeld in wenigen stichworten zu umreißen. die stichworte werden dann insoweit von den teilnehmerInnen abgeklopft, welches merkmal besonders ist für den eigenen wohnort. mag es der perfekt gemähte rasen in einer wohnsiedlung oder die kneipe am straßenende, die tag und nacht geöffnet hat. es kann auch das eine haus sein, dass im gegensatz zu allen anderen häusern in königsblau gestrichen wurde. ein merkmal wird aus der eigenen liste ausgewählt. um dieses merkmal wird eine geschichte oder ein text verfasst. nachdem der text fertig ist, wird ein „statt-text“ verfasst. dabei handelt es sich um das gegenteil. einen ort, an dem man auf keinen fall leben möchte. auch hierzu können erst stichworte gesammelt werden, es kann aber auch nur das gegenteil zu dem bisher geschriebenen verfasst werden. in welcher stadt, in welchem ort, in welchem dorf möchte man nicht leben. beide texte werden im anschluss der schreibgruppe direkt nacheinander vorgetragen, um den kontrast wirken zu lassen.

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ergebnisse zur schreibaufgabe 14

Ein Billiger Text mit 94 Worten

 

Es war einmal ein Bauer.

Um sein Korn verkaufen zu können, musste er mehrere Tage mit seinem Esel übers Land reiten.

Einmal zog sich seine Reise zum Markt besonders in die Länge und sein Proviant ging zur Neige.

Als der Bauer dem Esel sein letztes Stück Brot gab, wurde er von einem Hirtenjungen, der dies beobachtet hatte, gefragt: „Weshalb gibst du diesem Esel deinen letzten Bissen?“ 

Der Bauer antwortete. „Na, wenn ich alles alleine esse, ärgert mich jeder Krümel, der auf den Boden fällt. So aber fühle ich mich reich.“

Sprach´s und wanderte weiter.

 

Sabine Samonig

 

Ein Billiger Text mit 150 Worten

 

regen

gerade kam ich nach hause. auf dem weg fing es an zu regnen. erst kam ein starker wind auf, der auch jetzt noch ganz schön bläst. dann nieselte es ein wenig. und zum schluss hat es dickere tropfen geregnet. erst war der boden nur ein wenig mit feuchtigkeit benetzt, doch jetzt ist alles ganz nass. wenn dann so eine windböe durch durch die bäume fegt, dann fallen dicke wassertropfen runter. deshalb bin ich schneller gelaufen. dabei musste ich aber aufpassen, dass ich nicht auf dem feuchten laub ausrutschte. denn durch den starken wind liegt fiel laub auf den wegen. das laub ist schön bunt. vor allen dingen die farben gelb, rot und orange sind am häufigsten vertreten. die blätter glänzen durch den regen. leider strahlen sie nicht so richtig, da der himmel grau verhangen ist. es hat auf dem weg nach hause geregnet. ich bin froh daheim zu sein.

christof zirkel