biografisches schreiben und gesellschaftliches engagement

 

immer mehr menschen engagieren sich in sozialen und gesellschaftlichen bereichen. die meisten tun dies auf ehrenamtlicher basis und übernehmen in diesem zusammenhang sehr anspruchsvolle tätigkeiten. viele ehrenamtlerInnen ersetzen mit ihren tätigkeiten festangestellte, da die gelder für eine gute versorgung fehlen.

andere wiederum begeben sich in die politik und lassen sich in diverse ämter wählen. ob im kreistag, im ortsrat oder auch nur im sportverein, alle geben der gesellschaft einen teil ihrer freizeit und ihrer arbeitskraft. wenn nun die eigene lebensgeschichte verschriftlicht wird, sind viele menschen groß im understatement, nicht zu erwähnen, was sie alles gemacht haben. dabei spielen diese tätigkeiten in der eigenen entwicklung und im aufbauen privater sozialer netze eine große rolle.

auch hierzu kann auf einer zeitschiene eingetragen werden, wann man sich in welchen zusammenhängen engagiert hat. größere formen des engagements fallen einem schnell wieder ein. wenn zum beispiel jemand eine stiftung gegründet hat, dann wird es ihm schwer fallen, dies beim verfassen seiner biografie zu ignorieren. doch wenn man zwei monate der nachbarin bei einkäufen geholfen hat, da sie es nicht mehr schaffte, dann wird so etwas schnell wieder vergessen. aber gleichzeitig entstand dadurch vielleicht ein viel persönlicherer kontakt zur nachbarin. deshalb scheint es interessant nach dem füllen der zeitschiene vielleicht eine tabelle zu erstellen, die es einem ermöglicht, in eine spalte die tätigkeiten einzutragen und in eine andere die positiven erfahrungen, wie in einer weiteren die negativen, die man während des engagements gemacht hat. wenn dies eingetragen ist, erlangt darüber wahrscheinlich einen gebündelten blick, was es einem selber gebracht hat, sich zu engagieren. denn die ganz selbstlose hilfe und das aufopfernde engagement ist eine mär, die oft nicht stimmt. menschen helfen zwar gern, doch ebenso gern erhalten sie dafür etwas zurück, und wenn es nur ein wenig anerkennung von außen ist. das ist nichts schlechtes aber eben auch nicht die mutter-theresa-haltung. man darf für sich bei engagement auch etwas erwarten. und der blick darauf bereichert die eigene biografie.

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