Tagesarchiv: 16. Oktober 2008

kreatives lesen

es gibt manchmal einfach gute ideen, die viel zu selten vorkommen und doch viel beachtung verdienen. eine idee zur entschleunigung des lebens kommt aus graz. wie im vorigen text schon aufgezeigt, wird unglaublich viel geschrieben, aber es drängt sich die frage auf, wer dies liest. und heute drängt sich vor allen dingen die frage auf, wer hat überhaupt noch die zeit dazu, das alles zu lesen? im zeitalter der beschleunigten kommunikation, des just-in-time-lebens und der dicken terminplaner, entsteht bei vielen menschen selten eine ruhepause. doch die ist notwendig, um genußvolles lesen zu ermöglichen.

das feuilletonmagazin „schreibkraft“ aus graz hat nun ein stipendium für leserInnen ausgelobt. (siehe: http://schreibkraft.adm.at/aktuelles/ ) sonst sind es oft schreiberInnen, die über ein stipendium einen anderen ort aufsuchen und dort für eine gewissen zeit (z.b. als stadtschreiberInnen) leben dürfen. dieses mal dürfen das die konsumentInnen des geschriebenen. sie müssen im vorfeld eine liste mit 10 büchern, wovon etliche aus kleinen verlagen kommen sollten einreichen und eine person wird benannt, die einen längeren aufenthalt in graz gesponsert bekommen und aufgerufen sind, zu lesen. oh süßer traum der zeit, die einem ausschließlich für das lesen zur verfügung steht. allein die idee, sich dem alltag zu entziehen und dem lesen zu widmen scheint beinahe so schön, wie sich dem alltag zu entziehen und dem schreiben zu widmen. und sie kommt viel zu selten vor. denn der jahresurlaub soll natürlich auch für andere dinge genutzt werden. es wäre vorzuschlagen, dass jede größere buchhandlung einmal im jahr so ein lesestipendium vergibt, das nur von menschen wahrgenommen werden kann, die nicht ortsansässig sind. aber vielleicht sollte man bis dahin einfach in den terminplaner feste zeiten für das lesen reservieren, die nicht von anderen verpflichtungen eingeschränkt werden können.

kreatives schreiben und lesen

in jeder mittelgroßen stadt gibt es schreibgruppen und schreibwerkstätten zum kreativen schreiben. das angebot wird in deutschland immer reichhaltiger und es wird viel geschrieben. und selbst, wenn keine schreibgruppe im angebot ist, schreiben etliche menschen für sich allein zuhause. aber es stellt sich die frage, wer eigentlich die texte liest? es scheint oft sehr schade, dass der leserInnenkreis auf die eigene schreibgruppe oder gute freundInnen beschränkt scheint, findet sich doch unter den verfassten texten immer wieder ein kleinod.

gerade das web 2.0 bietet in diesem zusammenhang eigentlich eine hervorragende möglichkeit, die eigenen texte einem größeren kreis zugänglich zu machen. hier herrscht immer noch große zurückhaltung den schritt zu wagen. dabei schreiben viele menschen eben nicht nur für sich allein, sondern freuen sich darüber, wenn ihre ergebnisse des kreativen schreibens von anderen wahrgenommen werden. warum also nicht ein netzwerk der verschiedenen schreibgruppen organisieren, das eine gemeinsame plattform im internet anbietet? sicher, es ist etwas anderes seine texte einem großen publikum für lau zur verfügung zu stellen, anstatt einen vertrag mit einem großen verlag in der tasche zu haben, der das buch verlegt. doch dazu sind die texte aus den schreibgruppen meist nicht geschrieben worden. sie dienen dem ausprobieren der eigenen kreativität.

früher gab es zum austausch eigener gedanken und der diskussion über geschichte und texte, den salon. weshalb also nicht das experiment wagen und einen virtuellen salon im internet einrichten, der es anderen ermöglicht, die texte zu lesen, sie zu diskutieren und ein feedback zu geben. es könnte sich in kurzer zeit eine große datenbank bilden, die verhindert, dass vieles geschriebene in der schublade verschwindet und kaum leserInnen findet. natürlich kann es dabei auch zu enttäuschungen kommen, dass der eigene text nicht so gut ankommt, wie erhofft, aber dies kann schriftstellerInnen auch immer geschehen. insgesamt vergrößert das internet aber die chance, dass jeder text seine leserInnen findet.

web 2.0 und der buchmarkt

 

laut diverser berichte sind bei der buchmesse die e-books auf dem vormarsch. soll heißen bücher in binärer form, die im internet heruntergeladen werden können und dann am bildschirm zu lesen sind. gleichzeitig beginnt amazon einen einfachen lesecomputer zu vertreiben. und schon beginnen die diskussionen ob nun das buch vom markt verschwinde.

das scheint nicht sehr realistisch. Weiterlesen