web 2.0 und der buchmarkt

 

laut diverser berichte sind bei der buchmesse die e-books auf dem vormarsch. soll heißen bücher in binärer form, die im internet heruntergeladen werden können und dann am bildschirm zu lesen sind. gleichzeitig beginnt amazon einen einfachen lesecomputer zu vertreiben. und schon beginnen die diskussionen ob nun das buch vom markt verschwinde.

das scheint nicht sehr realistisch. viele menschen, mich eingeschlossen, lesen längere texte immer noch nicht am bildschirm, sondern drucken sie sich aus. es besteht ein großer unterschied darin, ob man am computer schreibt oder liest. das schreiben bietet viele vorteile gegenüber dem schreiben von hand oder an der schreibmaschine. so kann man zum beispiel den text sehr einfach verändern, überarbeiten und layouten. dagegen unterscheidet sich das lesen am computer kaum vom lesen eines buches. einzig die möglichkeit sich das buch von einer elektronischen stimme vorlesen zu lassen, die meist mit der deutschen sprache noch ihre schwierigkeiten hat, könnte ein vorteil sein. wahrscheinlich setzen sich dann eher die hörbücher durch als die e-books.

denn ansonsten überwiegen weiterhin die nachteile. allein die unhandlichkeit eines bildschirms, sei er noch so klein, wird so schnell nicht zu beseitigen sein. es erscheint eher so, dass die leseschirme für e-books bemüht sind, sich der handlichkeit von büchern anzupassen. nun, die bücherregale und staubfänger könnten aus den wohnungen verschwinden, würden aber das ambiente dadurch sehr kahl erscheinen lassen.

aber auch die kritik an dem handel mit büchern über das internet ist zwiespältig zu betrachten. sicherlich bedroht dieser handel die fachbuchhandlungen und leistet dem bestsellertum vorschub. doch erstaunlicherweise bietet der handel über das internet auch vorteile. der verbraucher wird durch das internet sozusagen direkt an den buchgroßhandel angebunden und der zwischenhandel entfällt. das hat aber den vorteil, dass zum beispiel amazon auch alle nischen bedient, da es sich dies leisten kann. über das internet ist viel leichter an ausgefallene bücher und alle informationen dazu zu kommen. noch stärker wird dies gefördert durch die möglichkeit, bücher auf abruf zu bestellen und zu drucken. das bedeutet, der buchhandel muss nur die dateien, die nicht viel lagerhaltung benötigen, vorrätig haben, die bei bestellung ausgedruckt werden, so wie dies die computernutzerinnen auch zuhause machen würden. dadurch wächst die möglichkeit ausgefallene bücher vorrätig zu haben. die hohe auflage ist nicht mehr der bestimmende faktor für den buchhandel, die quote kann in den hintergrund treten. das ist doch eher eine positive entwicklung.

ergänzend zu diesen gedanken hier ein artikel von andreas zielcke in der  süddeutschen zeitung: http://www.sueddeutsche.de/kultur/127/314028/text/ .

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