Tagesarchiv: 19. Oktober 2008

schreibidee (62)

es ist an der zeit, sich einmal dem wissenschaftlichen schreiben zu widmen. nach der intellektuellen-schelte durch herrn gottschalk, siehe vorheriges post, kann in schreibgruppen auch die wahl der einfachen worte geübt werden. hierzu ist es notwendig im vorfeld der veranstaltung, einen text auszuwählen, der in seinen formulierungen kompliziert erscheint. ich verwende bewusst nicht das wort „intellektuell“. dieser text sollte nicht mehr als eine din a4-seite umfassen.

in der schreibgruppe wird dieser text den teilnehmerInnen vorgelesen. sie sollen nun in einer vorgegebenen zeit erst einmal das von dem text schriftlich wiedergeben, was sie verstanden haben. im anschluss wird der text ausgeteilt, alle können ihn sich noch einmal durchlesen. und dann besteht die aufgabe darin, hierfür wird mehr zeit benötigt, den text umzuformulieren. es soll ein alternativtext entstehen, der mit einfachen worten die gleiche aussage enthält, wie der komplizierte text. es ist also bei der auswahl des komplizierten textes darauf zu achten, dass er nicht unbedingt voller fachtermini der naturwissenschaften oder der geisteswissenschaften ist, sondern dass er einen möglichst allen bekannten sachverhalt recht umständlich beschreibt.

am schluss werden von allen teilnehmerInnen ihre beiden texte nacheinander vorgestellt, die nacherzählung des textes und die verständliche version. diese gegenüberstellung zeigt zum einen wie schwer der ausgangstext zu verstehen war und zum anderen, wie viele möglichkeiten es gibt, ihn zu verändern und zu vereinfachen.

die intellektuellen sind schuld – eine fernsehkritik

 

gut inszeniert hat sich marcel reich-ranicki der überreichung des „deutschen fernsehpreises“ entzogen. und er formulierte eine schelte am aktuellen fernsehprogramm. eine schelte, die inzwischen laut viele teilen, die aber mit großer wahrscheinlichkeit zu keiner veränderung führt. warum dies nicht geschehen wird, hat das in der folge geführte gespräche zwischen thomas gottschalk und marcel reich-ranicki gezeigt. (es kann in der mediathek des zdf, zu finden unter http://www.zdf.de , angesehen werden.)

denn herr gottschalk rechtfertigte sich immer wieder sowohl für sein verhalten als auch das der fernsehschaffenden. er formulierte beständig, dass derjenige ein verlierer sei, der keine anständige quote liefere und quote bringe eher das flache programm. denn die anspruchsvollen sachen, die seien immer so intellektuell, dass der rest der bevölkerung diese gar nicht verstehe, ähnlich wie die kritik in den feuilletons.

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