Tagesarchiv: 22. Oktober 2008

schreibidee (63)

zur „woche des grundeinkommens“ auch die schreibidee für den heutigen tag. schon öfter wurde hier vorgeschlagen, in schreibgruppen utopien entwickeln zu lassen. doch dieses mal soll es ganz konkret werden. der gruppe kann die aufgabe gestellt werden: „wie würde unsere gesellschaft aussehen, wenn es überhaupt kein geld gibt?„.

es gibt verschiedene ideen, wie solche gesellschaften funktionieren könnten. momentan werden diese ideen wieder aktuell, da die finanzkrise das geldsystem in frage stellt. angefangen bei der idee, dass gehortetes geld im laufe der zeit an wert verliert, also möglichst schnell wieder in den kreislauf eingezahlt werden sollte, über die gedanken zum grundeinkommen bis zu der etablierung von tauschringen, wird an dem gedanken gearbeitet, so wie jetzt das geld verwendet wird, schadet es zu vielen menschen.

doch wie würde eine gesellschaft aussehen, die nicht geld als wert besitzt. wären alle ins elend gestürzt? worauf begründet sich besitz? oder würde es sich um eine gerechtere gesellschaft handeln? um sich den utopien in der schreibgruppe anzunähern, empfiehlt es sich im kleinen zu beginnen. wie würde der persönliche tagesablauf aussehen, wenn kein geld existiert. was verändert sich? (keine kreditkarte, kein supermarkt, kein steuern, keine fahrgebühren für den nahverkehr, keine konten, keine banken, keine börse, keine rabatte und keine sonderangebote?) oder doch alles da, aber auf anderem wege? strebt der mensch automatisch nach eigenem besitz, das ihn den anderen gegenüber herausragen lässt? das könnten die anschließenden fragen sein, die nach dem notieren eines tagesablaufs ohne geld, zur diskussion gestellt werden. anschließend wird dazu aufgefordert eine gesellschaft zu entwerfen, die ohne geld existiert. und dann stellen sich die teilnehmerInnen der schreibgruppe ihre utopien gegenseitig vor. bei dieser schreibidee sollte auf alle fälle genug zeit für diskussionen zur verfügung stehen. und vielleicht entstehen dabei weitere ideen eines gerechteren zusammenlebens, kreative ideen, die utopien sind und sein dürfen.

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kongress für grundeinkommen in berlin

unsere gesellschaft ist nicht solidarisch. sie macht probleme, wenn man nicht so arbeiten kann, wie gewünscht. sie entzieht menschen beinahe alle grundlagen ihrer existenz, wenn sie die schwierigkeit haben, einen job zu finden. auf der anderen seite klafft die schere zwischen den armen und den reichen der gesellschaft weiter auseinander. ab einer bestimmten einkommenssumme oder position fallen viele (meist männer) generell die treppe hoch.

andere aber, die das unglück hatten, ihren job zu verlieren, kommen kaum mehr hoch. sie müssen sich teilweise mit jobs, die gerade mal 5 euro die stunde bringen, irgendwie über wasser halten. sollten sie wiederum empfänger von sozialen leistungen sein, haben sie alles miteinander zu verrechnen und erreichen dabei schnell das existenzminimum, das so angelegt ist, dass es kaum etwas über miete und ernährung hinausgehendes ermöglicht.

deshalb gibt es schon seit längerem eine bewegung für ein gesellschaftsübergreifendes grundeinkommen, das den menschen eine gewisse sicherheit garantiert, die von ihnen nicht unterschritten werden kann. denn es ist eine tatsache, die immer wieder ignoriert wird, dass wir inzwischen in einer so technisierten und effizienten welt leben, zumindest wir in deutschland, dass es nie mehr arbeit für alle geben wird. wer heute noch von angestrebter vollbeschäftigung redet, geht davon aus, dass menschen 40-stunden-wochen absolvieren und anschließend mit weniger nettogehalt zu leben haben, als mancher hartz-IV-empfänger erhält. was nicht heißt, dass hartz IV ein angemessenes lebensniveau zulässt.

wir sind eines der reichsten länder der welt, lassen aber weiterhin verelendung einzelner bevölkerungsgruppen zu, ganz abgesehen von der einen milliarde hungernder menschen auf der welt. also muss sich was ändern. ein grundeinkommen würde lohndumping erschweren, aber auch die unsitte, dass manche arbeitgeber, übrigens auch öffentliche, nur noch monatsverträge mit ihren angestellten abschließen. deshalb gibt es den „3ten grundeinkommenskongress“ vom 24ten bis 26ten oktober in berlin an der humboldt-universität. wer sich für den kongress und seine inhalte interessiert findet alle weiteren informationen unter http://www.grundeinkommen2008.org . vielleicht fühlt sich ja auch das schreibende prekariat angesprochen.

schnickschnack (43)

es muss hier einmal geschrieben werden: microsoft verursacht probleme. wer bei der arbeit regelmäßig windows verwenden muss, könnte manchmal verzweifeln ob der unübersichtlichkeit der programme. man kann sich dabei einen wolf suchen, wenn man versucht in die ordnerstruktur einzusteigen. an der oberfläche ist ja noch alles ganz hübsch, aber je tiefer man dringt, um so unverständlicher wird das betriebssystem und werden die strukturen.

da lobe man sich doch manch andere hersteller von betriebssystemen, die nach dem verfahren „what you see is what you get“ aufgebaut sind. da gibt es nicht verschiedene ordner für temporäre dateien, da wird gelöscht, wenn gelöscht wird, da ist vieles über das „drag & drop“-prinzip möglich. aber das ist alles nicht neu. ich möchte hier nur kurz anreißen, dass zu einer übersichtlichen technik gehört, dass ich viele schritte meines tuns auch nachvollziehen kann, wenn ich es möchte.

da windows marktführer ist und sich viele damit herumärgern, war dies der anlass für den kabarettisten bodo wartke, einmal windows zu besingen in „PCdenzfall„. eine freundin hat mich auf den song bei youtube aufmerksam gemacht und er soll niemandem vorenthalten werden, um zumindest in der verzweiflung solidarisch zu sein. viel spaß damit: http://www.youtube.com/watch?v=it9nfPGTrgI  .

p.s.: besonders interessant finde ich die anschließende diskussion, ob man solch eine satire überhaupt bringen darf. oh je, jetzt werden auch noch computer zu glaubensangelegenheiten.