Tagesarchiv: 3. November 2008

web 2.0 und cloud computing

weiß der geier, weshalb diese form der verwendung von programmen „cloud computing“ heißt, vielleicht weil es so wolkig und hübsch klingt. aber es ist ein trend, der nicht ohne vorsicht zu genießen ist. den anfang hat im größeren stil „google“ gemacht, als es anfing programmpakete anzubieten, die nicht mehr auf der eigenen festplatte installiert werden müssen, sondern die über das internet auf der webseitenoberfläche verwendet werden können.

das bedeutet, dass die eigentlichen arbeits- und rechenvorgänge auf netzwerk-computern, in diesem fall, denen von google, stattfinden. microsoft möchte solche möglichkeiten auch demnächst im größeren stil anbieten. doch der vorgang bedeutet, dass ich nicht mehr nur daten virtuell auf externen festplatten von anbietern im internet ablegen kann, sondern, dass ich meine arbeitsweisen auf deren rechnern ausführe. das erscheint problematisch, da sowohl arbeitsschritte als auch inhalte zwischengespeichert werden können. selbst wenn ich die datei zum schluss auf meinem eigenen computer abspeichern sollte, habe ich doch eine breite spur beim anbieter hinterlassen und kann nicht kontrollieren, was er damit macht. es scheint empfehlenswert sich bei heiklen daten auf keinen fall auf solch eine arbeitsweise zu verlassen. an der eigenen arbeitstelle lässt sich so etwas sicherlich nicht verhindern, erhöht aber auch die kontrollmechanismen durch den arbeitgeber. sozusagen bündelt er die gesamten tätigkeiten seiner mitarbeiter auf einem zentralen computer.

es ist heute kein problem mehr an preiswerte textverarbeitungs-, bildbearbeitungs- oder präsentationsprogramme zu kommen, die, wenn sie open source sind, sogar oft freeware sind und sich leicht auf der festplatte installieren lassen. sie bieten eindeutig eine sinnvolle und kompatible alternative zu dem „cloud computing“. und der datenschutz scheint auf alle fälle mehr gewahrt zu werden.

schreibpädagogik und selbstdarstellung

texte und geschichten enthalten immer auch einen biografischen anteil, mal mehr, mal weniger. von außen lässt sich das nicht beurteilen, nur die autorInnen wissen, welcher aspekt ihrer geschichten ihr ganz persönlicher ist. aber neben diesen sehr subjektiven momenten spielt es in schreibgruppen auch immer eine rolle, wie mann und frau nach außen wirkt.

um den aspekt des gegenseitigen kennenlernens ein wenig zu erleichtern, können vorstellungsrunden durchgeführt werden oder schreibspiele, die zur selbsdarstellung auffordern. wenn dies nicht gemacht werden kann, da zum beispiel die zeit für die schreibgruppe sehr beschränkt ist, dann können zumindest schreibanregungen zu selbstreflexiven texten gegeben werden. diese können den teilnehmerInnen die möglichkeit bieten, etwas über sich selbst und ihre schreiberfahrungen mitzuteilen. denn werden solche angebote nicht gemacht, dann brechen sich die selbstdarstellungen oft in anderen texten oder in den feedbacks bahn. menschen haben in neuen gruppen erst einmal den wunsch, etwas über die anderen zu erfahren, bevor sie sich näher aufeinander einlassen.

eine gefahr besteht in solchen verpassten anfangsmomenten immer, aber vor allen dingen auch, wenn es gegenseitige vorstellungen gegeben hat. die gruppe tendiert dazu, gern persönliche befindlichkeiten mitzuteilen, sowohl in texten als auch bei feedbacks. dies ist aber selten konstruktive kritik, da sich über subjektive empfindungen nicht diskutieren lässt, denn die gefahr in solchen momenten ins deuten zu verfallen ist recht groß. so ist es in solchen momenten wichtig, dass gruppenleiterInnen eingreifen und die feedbacks auf eine ebene der konstruktiven kritik zurückzuführen.

denn wie hier schon einmal dargestellt können schreibgruppen in solchen momenten zu selbsterfahrungsgruppen mutieren, die eher psychologische aspekte beleuchten, denn gruppen des kreativen schreibens zu sein, die vor allen dingen daran interessiert sind einen zugang zum schreiben zu finden. vor allen dingen können mutierte gruppen auch die gruppenleitung überfordern, das sie den vorgebrachten befindlichkeiten nicht gewachsen ist. hier ist einzig professionelle distanz zu wahren.

schreibaufgabe (17) kommt nicht, sondern eine abstimmung

nach ungefähr sieben monaten schreibaufgaben muss ich realistisch sein, es reagiert kaum jemand darauf. das steht zwar im widerspruch zu den steigenden leserInnenzahlen, aber es gibt anscheinend kein interesse oder keine zeit, schreibaufgaben mitzumachen. doch ich will nicht vorschnell handeln, sondern das angebot der schreibaufgaben zur abstimmung stellen. und hiermit die regelmäßigen leserInnen dieses blogs einladen ihre stimme abzugeben. vielleicht zeigt sich dann das ausmaß des bedarfs. ich werde mich jedenfalls gern an dem ergebnis orientieren.

christof