biografisches schreiben und anfang

 

viel wurde hier geschrieben zu den möglichkeiten des biografischen schreibens und zum verfassen der eigenen lebensgeschichte. doch bisher wurde kaum erwähnt, weshalb man dies eigentlich machen sollte und eine noch viel größere hürde wurde nicht angesprochen, wie am besten anfangen.

in erster linie sinnvoll scheint, die eigene biografie für sich selbst zu verfassen. beginnt man von anfang an, die leserInnen mitzudenken, wird man etliches der eigenen geschichte aussparen. es ist einfacher wenn man die eigene lebensgeschichte veröffentlichen möchte, den entstandenen text zu überarbeiten und zu persönliches zu streichen, als in eine öffentliche biografie für sich die persönlichen details im nachhinein einzufügen.

vom effekt her scheint das verfassen der eigenen biografie dem schreiben eines tagebuchs nahezukommen. es kann der selbstanalyse und bewusstwerdung der eigenen situation dienen. das ermöglicht reflexionen über zukünftige lebenskonzepte und entscheidungen. und doch ist die scheu oft groß, sich dem eigenen leben anzunähern. hat doch die verdrängung bestimmter ereignisse auch einen selbstschutzeffekt, der nicht zu unterschätzen ist. so geht es beim verfassen der eigenen lebensgeschichte nicht darum, alle vergrabenen erinnerungen offen zu legen. die autorInnen bestimmen selber, wie weit sie gehen möchten. das ist immer zu beachten, wenn man daran zweifelt, ob man sich überhaupt der eigenen biografie annähern soll. und doch hat das betrachten der weißen flecken auch etwas befreiendes, da das niederschreiben in gewisser weise eine form der verarbeitung ist.

der anfang sollte so aussehen, dass man einfach an einem punkt startet und von dort aus seine eigene lebensgeschichte ausbreitet. das kann ein zeitpunkt, ein aspekt oder eine begegnung mit einem anderen menschen sein. wichtig ist, dass man das gefühl hat, dass die situation für einen selber wichtig war. um sich den anderen aspekten des eigenen lebens anzunähern, können auch die hier im blog aufgelisteten vorgehensweisen angewendet werden. und es besteht immer die möglichkeit, die eigene geschichte nicht zu veröffentlichen. das ist meiner ansicht nach der wichtigste gedanke um einen anfang zu finden. mal angefangen entpuppt sich jedes leben als spannendes ereignis. hier täuschen sich viele menschen. sie meinen, nichts zu erzählen zu haben. ein wenig unter der lupe betrachtet wird jedes leben sehr spannend.

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