web 2.0 und us-wahl

die präsidentenwahl in den usa wurde zu großen teilen von den jüngeren generationen entschieden und führte zu einem wechsel, den wenig für möglich hielten. großen einfluss auf die entscheidung hatte die tatsache, dass es viele jüngere menschen für notwendig befanden, zum wählen zu gehen, sich also registrieren zu lassen.

in diesem zusammenhang ist nicht zu unterschätzen, wieweit sich heutzutage junge menschen im internet informieren. und so schalteten bekannte künstlerInnen aus den usa einen werbespot für das wählen auf youtube, der sehr oft abgerufen wurde. aber es fanden auch ausführliche diskussionen über die jeweiligen politischen positionen der beiden präsidentschaftskandidaten statt. das web 2.0 übernahm eine rolle, die sonst dem persönlichen gespräch zur wahl gehört. und es ist damit zu rechnen, dass dieser aspekt eine immer größere rolle spielen wird.

das hat vor- und nachteile. der vorteil besteht darin viele ansichten zu politischen positionen kennenlernen zu können, schriftliche diskurse in aller ausführlichkeit führen zu können. außerdem konnte das sammeln von wahlkampfspenden sehr viel einfacher durchgeführt werden. hier zeigte sich der große vorteil des web 2.0, nämlich die tatsache, dass kleinvieh auch mist macht. barack obama schaffte es durch kleine beträge alle wahlkampfspenden-rekorde zu brechen. ein effekt des internet, der unter dem begriff „long tail“ schon länger bekannt ist.

nachteil bleibt am internet weiterhin die im hintergrund weiterhin existierende virtualität, soll heißen, es ist teilweise schwer zu kontrollieren, wer eigentlich welche nachricht im netz platziert. die verbreitung von gerüchten ist sehr viel schneller möglich. doch es muss eingeschränkt werden, dass der widerspruch zu gerüchten ebenso schnell verbreitet werden kann. ob es nun ein verdienst des web 2.0 ist, die demokratisierung in den usa zu verstärken, lässt sich wahrscheinlich nicht klären, denn ein enormer anziehungspunkt kann auch einfach das auftreten von obama und seinen politischen positionen sein. doch einen wahlkampf ohne internet zu führen kann sich in absehbarer zeit kein politiker mehr leisten.

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2 Antworten zu “web 2.0 und us-wahl

  1. Na ja, das mit den zu verbreiteten Gerüchten ist eher die Vergangenheit, nämlich Schmutzkampagnen zu fahren, die es immer schon gab und die nur das Ziel haben, mit Dreck zu werfen, bis in den Köpfen was hängen bleibt. Die Zukunft ist eher die positive „Kampagne“, die Obama über das Netz gefahren ist und die man jetzt in aller Ruhe analysieren muss, um zu sehen, wie genau das funktioniert hat. Einen wirklich guten Ansatz bietet schonmal dieses Buch hier: http://prodialog.org/content/publikationen/buecher/obama – und: Man muss auch sehen, ob das auch in Zukunft so bleibt – bloggt Obama jetzt aus dem weißen Haus?

  2. In dem Moment, in dem die Schalthebel des Internet in einigen wenigen Händen liegen, lassen sich Stimmungen erzeugen. Das betrifft nicht nur das Internet, aber zum Beispiel die Stimmung zu Tibet und dem Rest der Welt in China war das Ergebnis einer Medienkampagne. Das Internet bietet zumindest in den Ländern, in denen das Internet weit verbreitet ist, die Möglichkeit Dinge zu zu lassen oder auch nicht. Übrigens hat Obama, laut CNN von letzter Nacht, bei „facebook“ noch 6 Millionen „Freunde“. Mit dem Bloggen wird es wahrscheinlich schwierig werden, das erledigen dann Mitarbeiter, aber ein Podcast wie Angela Merkel ist sicherlich noch drin. 😆

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