Tagesarchiv: 10. November 2008

papeterien

wer viel schreibt und viel von hand schreibt, der schätzt es, dass es geschäfte gibt, die beinahe ausschließlich papier und stifte verkaufen. so genannte „papeterien“. doch sie sind selbst in einer großstadt wie berlin dünn gesät. sicherlich hat der internethandel, der büromaterial und dergleichen preiswert und schnell nach Hause liefert, einen anteil daran, dass die klassischen schreibwarengeschäfte stark verschwinden. die papierwarenabteilungen in den kaufhäusern wiederum haben das durchschnittsangebot, das in beinahe allen kaufhäusern gleich aussieht. ansonsten findet sich papier im geschenkhandel, unter bastelbedarf oder im copyshop. aber alleinstehende geschäfte des schönen papiers und der sinnlichen schreibwerkzeuge sind zu suchen.

auch die auftritte im internet sind eher rar. dabei gibt es so viele schöne verschiedene papiere. da wünscht man sich ein geschäft, das alles zusammenführt und eine große auswahl bereit hält. zum beispiel dickes und dünnes papier für die handschrift aber auch für den drucker, gebundene notizbücher, schöne füller und edle kugelschreiber. das gibt es alles, aber kaum in einem geschäft.

für berlin fanden sich im internet immerhin zwei angebote, die eine etwas größere auswahl erwarten lassen. und sollte jemand einen tollen tipp parat haben, wird dies gern hier veröffentlich.

erstes angebot: „leporello“ zu finden unter: http://www.leporello-berlin.de/ .

zweites angebot: „berlin confidential“ zu finden unter: http://www.berlin-confidential.com/ .

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schreibpädagogik und gruppendruck

 

schreibgruppen sind gruppen und gruppen sind soziale verbände. und zum sozialen verband gehört es, dass sich viele menschen durch die bewertung anderer unter druck gesetzt fühlen. so etwas äußert sich in schreibgruppen zum beispiel darin, dass sich manche teilnehmerInnen kaum trauen, ihre texte und geschichten vorzustellen, oder dass sie der auseinandersetzung mit dem inneren zensor unterliegen. am schwersten fällt es aber vielen, sich der gruppe zu entziehen.

so wird in jeder schreibgruppe die option eingeräumt, eine aufgabe nicht mitzumachen oder die eigene geschichte nicht vorzulesen. ähnlich wie in anderen gruppen immer die möglichkeit besteht, an bestimmten übungen und aufgaben nicht teilzunehmen. und doch kommt dies sehr selten vor. auch wenn manche innerlich den wunsch hegen, eine aufgabe auszulassen, etwas nicht zu machen, zwingen sie sich oft genug, doch mitzumachen. es ist der hintergedanke, wie die anderen über einen urteilen könnten, wenn man sich der gruppe entzieht. es wird oft unbewusst mit sanktionen gerechnet.

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biografisches schreiben und partnerschaft

viele äußere umstände zum biografischen schreiben habe ich hier schon aufgezählt. doch einer der wichtigsten aspekte ist bisher unter den tisch gefallen. die eine, jedenfalls für viele menschen, wichtige und das halbe leben umfassende partnerschaft. ob nun durch hochzeit oder inzwischen verpartnerung besiegelt, die intensive konzentration zweier menschen aufeinander hat natürlich auswirkungen auf die eigene lebensgeschichte.

gut, vielen menschen geht es inzwischen so, dass es doch nicht bei der einen beziehung bis zur goldenen hochzeit bleibt. woran das liegt, ist schwer zu klären. aber das spielt auch erst einmal keine rolle beim biografischen schreiben. wichtiger ist die betrachtung, wieweit langjährige beziehungen die eigene lebensgeschichte beeinflussen. sind kinder geboren worden? hat jemand dafür seinen job aufgegeben? oder lernte man durch den / die partnerIn ganz neue aspekte des lebens kennen, sowohl im guten, als auch im schlechten?

wirklich interessant könnte es sein, wenn ein paar zusammen seine biografie verfasst. getrennte vorgeschichten und dann zwei blicke auf ein gemeinsames leben. wo liegen die gemeinsamkeiten, wo gibt es unterschiedliche bewertungen, verschiedenes erleben?

oder ein anderer aspekt: langjährige beziehungen benötigen auch beziehungsarbeit, wie sah und sieht diese aus? wo musste man kompromisse schließen und wo fanden sich die gemeinsamkeiten? das erscheint jetzt erst einmal nicht so wichtig für die eigene lebensgeschichte, sind doch zumindest nach außen ganz andere dinge in biografien relevant. doch die eigene entwicklung verläuft generell durch den einfluss von außen. und wenn zwei menschen sich über jahre aufeinander einstellen und sich aneinander ausrichten, haben die partnerInnen einen großen einfluss auf die eigene entwicklung. auch hier lässt sich wieder eine zeitschiene aufzeichnen und mit gemeinsamen erlebnissen, krisen und höhepunkten beschriften, um sich einen überblick über das gemeinsame leben zu verschaffen. wenn dies dann in den gesamtkontext der biografie einfließt, kann man eventuell feststellen, wie wichtig die partnerInnen für das eigene leben waren. und man bestätigt mal wieder, dass der mensch an sich ein soziales wesen ist.