web 2.0 und geschäftsbedingungen

 

dass das web 2.0 keine so freie einrichtung ist, wie es sich gern gibt, zeigt sich dann, wenn man in ruhe einmal die geschäftsbedingungen der verschiednen angebote durchliest. die kriterien für das geschäft setzen die anbieter. sie speisen sich aus verschiedenen quellen.

zum einen aus den gesetzlichen vorgaben. die sind in demokratisch gewählten ländern recht weit gefasst und es bestehen etliche freiheiten, die ins netz gesetzt werden können. das birgt zwar immer die gefahr in sich, dass auch unliebsame äußerungen im netz gemacht werden, doch so etwas sollten demokratische strukturen und vorstellungen von redefreiheit schon aushalten, so wie es auch bei gedruckten haltungen gang und gäbe ist. in anderen ländern sind die einschränkungen sehr viel größer. da zeigt sich, dass die geschäftsanbieter den finger auf den verbindungen und auf den positionen haben. und sind es nicht die anbieter, dann sind es die staatlichen behörden. die schwierigkeit virtueller daten besteht darin, dass sie leicht gefiltert werden können. im unterschied zu gedruckten und handgeschriebenen texten, lassen sich so leichter daten löschen und beseitigen.

zum anderen speisen sich aber die kriterien für das geschäft aus einer ethisch-moralischen grundhaltung, die nicht gesetzlich verankert ist. hier wird in letzter zeit verstärkt, auch in demokratien, die political correctness angewandt, die schnell missverständlich werden kann. der diskurs zwischen menschen war immer provokant, teils laut und ungerecht. und doch bildete in vielen zusammenhängen der diskurs die grundlage weiterer entwicklungen. wie wäre die studentenrevolte 1968 verlaufen, wenn sie über das internet gelaufen wäre. da wurde sowohl das system kritisiert als auch einzelne menschen, vertreter einer bürgerlichen moral, die die ereignisse des dritten reichs gern unter den teppich gekehrt hätten. ob sich da etliche anbieter nicht ausgeklinkt hätten? ihre geschäftsbedingungen hätten schon schwierigkeiten mit der „sexuellen revolution“ gehabt, die noch nicht einmal eine war. doch heute unterliegen die nutzerInnen diesen geschäftsbedingungen und suchen in manchen zusammenhängen vergeblich nach alternativen.

aber da kommt dann auch noch das letzte und bestimmende kriterium der geschäftsbedingungen zum tragen. das angebot soll sich rechnen und profit einbringen. um dies zu erreichen müssen daten entweder weiterverwertet werden oder unter der hand in den besitz der anbieter übergehen. dies führt zu dem beständigen austausch und missbrauch persönlicher daten, zur produktion von spam und zu nervigen telefonanrufen. einmal nicht geklickt „ich möchte keinen regelmäßigen newsletter haben“ und schon ist das mailfach immer wieder voll. und dann ist es an den nutzerInnen, die die geschäftsbedingungen nicht von vorne bis hinten gelesen haben, um alles rückgängig zu machen. das zeigt, dass geschäftsbedingungen häufig einseitig festgelegt werden. und wer etwas nutzen möchte, habe sich zu fügen. interessant bleibt es, wer eigentlich diese bedingungen festsetzt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s