tagebuch schreiben und die kommende us-regierung

barack obama will alles richtig machen, damit der machtwechsel reibungslos verläuft und sofortiges anpacken der probleme möglich ist. um schwarze schafe in der neuen regierung und administration auszuschließen, erhalten alle möglichen kandidaten einen umfassenden fragebogen, der wahrheitsgemäß auszufüllen ist. das ist anscheinend heutzutage notwendig, da man sonst nicht sichergehen kann, welche moralischen verfehlungen im laufe der zeit auftauchen. 🙄 

wie die süddeutsche zeitung heute schrieb, widmet sich davon eine frage vor allen dingen den tagebuchschreiberInnen unter den zukünftigen mitarbeiterInnen. so richtet sich frage 14 ausschließlich an diese. sie sollen, wenn peinliche dinge in den büchern stehen, diese offenlegen. wo, wenn nicht in sein tagebuch, schreibt man dinge, die den rest der welt nichts angehen. oder zumindest erst von interesse sein dürfen, wenn man verstorben ist und die eigenen tagebücher nicht vernichtet hat.

und, was ist peinlich? das, was man in sein tagebuch schreibt, ist einem selber in diesem moment wahrscheinlich nicht peinlich, da es einen bewegt. müssen also die zukünftigen regierungsmitglieder ihre tagebücher nun bekannten und verwandten oder sogar den geheimdiensten zu lesen geben, damit diese beurteilen, ob sich darin etwas peinliches befindet? und wer sollte die eigenen tagebücher veröffentlichen, wenn nicht man selber? darf ein ausschuss zur  einsetzung von mitarbeiterInnen nach den inhalten von tagebüchern fragen?

es drängt sich einem die vermutung auf, dass sich menschen, die ihre intimen gedanken nicht in einem blog, bei facebook oder in einem film bei youtube veröffentlichen, per se verdächtig machen und sicherlich ständig peinliches notieren. viel peinlicher ist doch die ständige offenlegung von intimem. ja, hier wird der abschaffung von tagebüchern vorschub geleistet oder der industrie zur produktion von tresoren, um die eigenen tagebücher immer einschließen zu können.

da sich aber die leserInnen dieses blogs in absehbarer zeit sicherlich nicht als mitarbeiterInnen der amerikanischen regierung wähnen dürfen, kann ich nur empfehlen, auch in zukunft die tagebücher mit allen peinlichkeiten und emotionalen notdurften zu füllen, damit die nachwelt auch morgen noch weiß, nach was wir uns alle sehnten 😉

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