Tagesarchiv: 18. November 2008

web 2.0 und verhältnismässigkeit

 

es war nur eine kleine meldung, aber es zeigt, wie sich die bewertung beim internet in eine bedenkliche richtung verschiebt. ein landesabgeordneter der linkspartei fand sich bei wikipedia falsch dargestellt und verleumdet. das ist sein gutes recht, eventuell wurde ihm auch etwas unterstellt, was er nie gemacht hatte, so wie es immer wieder in journalistischen zusammenhängen öffentlichen personen passiert. das ist aber nicht der eigentliche knackpunkt der geschichte.

der abgeordnete erwirkte eine einstweilige verfügung beim gericht, die dazu führte, dass die startseite „wikipedia.de“ vollständig abgeschaltet wurde. wer sich auskannte fand zwar wikipedia, das größte online-lexikon in deutscher sprache, noch über einen anderen zugang, aber man musste sich auskennen.

fragwürdig bleibt, wie ein gericht solch eine entscheidung treffen kann. wenn man einmal vergleiche anstellt, dann kommt das vollständige aus dem netz nehmen eines angebots, wegen einer kleinen unterrubrik dem gleich, dass fernsehsender abgeschaltet werden, wenn in einer sendung, ein beitrag nicht den üblichen journalistischen gepflogenheiten entspricht. Weiterlesen

kreatives schreiben und zeitbeschränkung

 

eigentlich bin ich ein freund der entschleunigung und halte nichts von unnötigem zeitdruck im alltag. es ist sinnvoll, sich für die dinge, die einem am herzen liegen, auch entsprechend zeit zu nehmen. nun gibt es aber beim kreativen schreiben viele schreibanregungen und schreibaufgaben, die auf einer klaren zeitbeschränkung basieren und erst einmal bei den schreibenden das gefühl hinterlassen, durch die kreative phase gehetzt zu werden.

alle ehemalige teilnehmerInnen von schreibgruppen kennen wahrscheinlich das gefühl, dass sie gerade noch viele ideen auf das papier bringen wollen und schon tönt es durch den raum, dass man in der nächsten minute mit dem schreiben fertig werden solle. man schafft es nicht mehr, in der verbleibenden zeit die wichtigen gedanken unterzubringen und denkt, der text sei unvollständig. doch es gibt das gleiche auch in entgegengesetzter richtung. beim verfassen eines textes zu hause besteht alle zeit der welt, doch es will sich kein ende finden. bei jedem nochmaligen lesen erscheint der text unfertig, wird erweitert, wird immer größer und scheint einem über den kopf zu wachsen.

Weiterlesen