Tagesarchiv: 23. November 2008

schreibidee (72)

je früher es dunkel wird, und zur zeit wird es schon wieder sehr früh dunkel, desto leichter lässt sich ein zustand simulieren, der eine andere interessante welt zu tage fördert. die nacht. die idee besteht darin, dass eine schreibgruppe die eingefahrenen zeitschemata verlässt und sich spät am tage zum schreiben von „nachttexten“ trifft. gerade großstädte, wie zum beispiel berlin bieten sich an, ein leben zu erkunden, dass tagsüber nicht existiert. zum beispiel eine fahrt mit einem nachtbus bietet in einer halben stunde so viele schreibanregungen zu den fahrgästen, wie sonst nicht. allein die mischung und unterschiedlichkeit der personen wird meist tagsüber nicht erreicht.

besonders interessant erscheinen auch die unterschiedlichen stimmungen, die bei menschen in der nacht hervorgerufen werden. es hat sicherlich etwas damit zu tun, dass man „privater“ sein darf und viele nicht den regeln des arbeitslebens unterworfen sind. so bietet sich als erstes eine exkursion mit der schreibgruppe an, um dann an den üblichen schreibort zurückzukehren und die gesammelten eindrücke zu papier zu bringen. findet eine schreibgruppe nicht in einer größeren stadt statt, kann alternativ ein nachtspaziergang in der natur unternommen werden. auch die landschaften zeigen in der dunkelheit ein sehr verändertes gesicht mit ungewohnten geräuschen.

sind die nachtgeschichten verfasst und wurden sie gegenseitig vorgetragen, ein feedback gegeben, werden viele teilnehmerInnen inzwischen eine gehörige bettschwere erreicht haben. zum abschluss können in der schreibgruppe von den teilnehmerInnen in einer halben stunde noch „gute-nacht-geschichten“ verfasst werden. diese werden zum abschluss noch vorgelesen, bevor die schreibgruppe auseinandergeht, um endlich zu schlafen 😐

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