kreatives schreiben und kritik

 

kreatives schreiben ist nicht unumstritten. das würde auch verwundern, beinhaltet der gedanke doch, dass jedermann, jedefrau schreiben kann. so finden sich auch in den bereichen der literatur- und schreibwerkstätten kritikerInnen, die der meinung sind, dass kreatives schreiben in volkhochschulkurse gehöre oder in schulklassen, aber keine grundlage guter literatur sein könne. diese diskussion scheint eine sehr deutsche zu sein, denn es gibt in vielen bereichen immer noch die auffassung, dass zu unterscheiden sei zwischen „hochkultur“ und „pop“.

doch dabei wird übersehen, dass in vielen anderen kulturellen bereichen der „pop“ oder die populär-kultur längst anerkannt ist. ebenso wird in anderen ländern nicht in dieser vehemenz der versuch unternommen, kreatives schreiben von literatur zu unterscheiden. dies ist sicherlich ein grund dafür, dass sich kreatives schreiben in deutschland sehr viel schwerfälliger verbreitet als zum beispiel in angloamerikanischen ländern. das interessante daran ist aber, dass genau die übersteigerte erwartungshaltung einer bürgerlichen kulturauffassung dafür sorgt, dass die schreibblockade gern um sich greift, unverständliche wissenschaftliche texte auf den markt kommen und angloamerikanische bücher so einen erfolg in deutschland haben. ähnliches ist beim film und in der musik zu verzeichnen. der versuch mit einem bildungskanon gegenzusteuern, der sich auf die „klassiker“ beruft, erscheint von tag zu tag kontraproduktiver. wer kennt sie nicht, die quälenden literaturanalysen aus dem schulunterricht, die bei vielen dazu führen nur noch ungern zu büchern zu greifen und schon gar nicht das wagnis einzugehen, selbst etwas zu schreiben. auch heute haben die lehrpläne der schulen noch berührungsängste mit modernen literatur, die nicht auf dem anspruch besteht, einen kanon zu bedienen. freiheit beim lesen und schreiben würde bedeuten, sich eine eigene meinung zu bilden und sehr unterschiedliche, subjektive geschmäcker zu entwickeln.

dann könnte kreatives schreiben beides sein: pures freizeitvergnügen, das nicht den anspruch hat, weltliteratur zu schaffen, aber auch grundlager mancher erfolgreicher werke und bücher, die im laufe der zeit von kritikerInnen geadelt werden. letztendlich ist es wahrscheinlich auch so. doch die meisten schriftstellerInnen halten sich immer noch sehr bedeckt, welche techniken des schreibens sie eigentlich anwenden.

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