Tagesarchiv: 1. Dezember 2008

web 2.25 – dear-god-net

es gibt momente, da hat mensch alles getan, das zu tun war, und doch macht es nicht den anschein, dass das eintritt, was man sich wünschte. aber es gibt noch die hoffnung, die manchmal ausdruck in gebeten findet. das können kleine stossseufzer an unbekannte mächte oder richtige gebete an den einen gott, den beinahe jede religion ihr eigen nennt.

manche vollziehen diese bitten an eine höhere macht kurz vor dem schlafen gehen, andere gemeinsam an treffpunkten wie kirchen und moscheen und wiederum andere in aller stille für sich in gotteshäusern oder in gedanken. doch nun gibt es eine weitere möchlichkeit, das web 2.0 macht es möglich.

auf der seite http://www.dear-god.net/ findet sich unter verschiedenen rubriken die möglichkeit, seiner hoffnung auf die hilfe  einer höheren macht ausdruck zu geben. in schlichtem und ansprechendem grafikdesign kommt die seite daher und konzentriert sich einzig auf die wiedergabe der gebete. diese können schriftlich eingegeben und ein bild hinzugefügt werden. mehr ist nicht möglich, außer dem kommentieren der einzelnen gebete. bis jetzt gibt es die seite ausschließlich auf englisch. und selbst wenn das bitten im internet keinen erfolg zeitigen sollte, bleibt es dabei: man sollte die hoffnung nicht fahren lassen und vielleicht ein zweites gebet auf die seite schreiben. die seite richtet sich an alle götter und mächte, es bleibt allen überlassen, an wen sie sich wenden wollen.

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wortklauberei (16)

„clashen lassen“

mensch gestaltet seine umwelt gern ein wenig kontrastiert, soll heißen, farben und formen werden zueinander gefügt, die sich ein wenig widersprechen, voneinander absetzen und in ein spiel miteinander geraten. das eine distanziert sich vom anderen und doch ergänzen sie sich. es gäbe keinen kontrast, wenn es keinen widerspruch gäbe.

doch der moderne cosmopolit spricht nicht mehr davon, etwas in kontrast miteinander zu bringen, oder von zwei dingen, die kontrastieren. gerade heute war im funk zu vernehmen, dass man verschiedene musikrichtungen „clashen lassen„. nun könnte man die übersetzung wählen, die von „rasseln, klirren und schmettern“ spricht, handelt es sich doch um musik. aber natürlich war „to clash with“ gemeint, das wiederum „kollidieren und zusammengeraten“ bedeutet.

so werden musikrichtungen zum kollidieren gebracht, sie werden zusammengeraten gelassen. ein skurriler anglizismus, der bemüht ist cool zu wirken. so könnte in der zukunften nicht nur die musik zum crashen oder clashen gebracht werden, kleidung könnte man trashen lassen, blitze flashen lassen und zutaten mashen lassen. soweit zu den ausgegangen, verständlichen begriffen. wenn da mal nicht der zeitgeist mit dem konservativismus clasht 😀