Tagesarchiv: 6. Dezember 2008

schreibpädagogik und atmosphäre

die treffpunkte von schreibgruppen sind verschiedene orte. abgesehen von den gruppen, die an öffentlichen orten schreiben, sind es oft gruppenräume, die vermietet oder allen menschen zur verfügung stehen. die volkshochschulkurse finden gern in schulen statt, andere gruppen in tagungshäusern oder in therapeutischen praxen.

das schöne am schreiben ist, dass man überall schreiben kann, es braucht eigentlich nur eine unterlage und einen stift. gut, die körperhaltung sollte zumindest so bequem sein, dass sich nicht in kurzer zeit muskelkrämpfe einstellen. so macht es nicht unbedingt sinn in der achterbahn zu schreiben.

andererseits beeinflusst das umfeld sicherlich den schreibprozess. ein ort, der abwechslungsreich ist, etliches zum schauen und betrachten bietet, während man vom eigenen blatt aufblickt kann eine menge zum text beisteuern. leider sind viele räume bei schreibgruppen recht kahl und bieten keine abwechslung. das mag vielleicht ein konzept sein, um nicht zu viel ablenkung zu bieten. aber kreatives schreiben in einem kaminzimmer mit vielen büchern um einen herum stelle ich mir sehr stimulierend vor.

gruppenleiterInnen lernen in ihren ausbildungen meist, dass ein raum für die gruppen vorzubereiten ist. dabei spielt es keine rolle, um was für gruppen es sich handelt. manche legen daraufhin bunte tücher aus oder stellen blumensträuße und obstschalen in die mitte des raums, es werden stuhlkreise gebildet und bilder an die wand gehängt.

hier scheint es oft, dass die versuche, einen kahlen raum zu gestalten eher dazu führen, die tristesse des raumes erst richtig sichtbar machen. der kontrast zwischen dem blumenstrauss und den weißen wänden fällt in diesem moment richtig ins auge. so groß kann gar kein strauss sein, das ambiente zu verbessern. da ist es vielleicht besser, sich nur aufs schreiben zu konzentrieren. das ist ja auch das schöne am kreativen schreiben, der raum tritt im laufe der zeit immer stärker in den hintergrund 😮

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lesen und e-books

 

heute vermeldet die süddeutschen zeitung, dass die verlage auf das e-book setzen, das in den usa schon recht erfolgreich ist. „amazon“ wiederum bietet inzwischen ein lesegerät für die elektronischen bücher an. stellt sich nur die frage, ob man das möchte? relativ gleichgültig lässt sich reagieren, solang es beide varianten gibt, die gedruckten und die digitalisierten. doch wie es des öfteren schon geschehen ist bei den aufzeichnungsmethoden für musik und film, wird die alte verbreitungsvariante von der modernen vertrieben.

von technikfeindlichkeit kann in diesem blog eigentlich keine rede sein, aber ich möchte keine e-books. Weiterlesen