lesen und e-books

 

heute vermeldet die süddeutschen zeitung, dass die verlage auf das e-book setzen, das in den usa schon recht erfolgreich ist. „amazon“ wiederum bietet inzwischen ein lesegerät für die elektronischen bücher an. stellt sich nur die frage, ob man das möchte? relativ gleichgültig lässt sich reagieren, solang es beide varianten gibt, die gedruckten und die digitalisierten. doch wie es des öfteren schon geschehen ist bei den aufzeichnungsmethoden für musik und film, wird die alte verbreitungsvariante von der modernen vertrieben.

von technikfeindlichkeit kann in diesem blog eigentlich keine rede sein, aber ich möchte keine e-books. es genügt mir vollauf, mir bei der arbeit angewöhnt zu haben viele texte direkt am computer zu lesen. doch in der freizeit schätze ich es, in einen buchladen zu gehen, dort ungerichtet zu stöbern und plötzlich über ein buch zu stolpern, das interessant erscheint, es zu kaufen und dann zu lesen. dabei fanden sich schon viele wunderbare werke, auf die ich mit großer wahrscheinlichkeit nie aufmerksam geworden wäre, wenn ich suchbegriffe im internet eingebe. da hilft es mir auch nicht, wenn bei dem ausgewählten buch steht, dass menschen, die dieses buch bestellt haben auch noch folgende bücher bestellten.

das „schwarze quadrat“ von max frisch fand ich zum beispiel in der lyrik/weltliteratur-abteilung einer großen buchhandlung. erst das lesen des klappentextes ließ es interessant erscheinen. nachdem ich es gekauft habe, konnte der anfang des lesens in der u-bahn stattfinden, danach auf dem sofa, beim essen und kurz vor dem schlafen. es kann einfach abgelegt werden, egal wo, es können notizen im buch gemacht werden, kleine zettel hineingelegt, darin gemalt werden, es kann geknickt werden, einzelne seiten rausgerissen oder auch einfach zum pressen von blumen verwendet werden.

viele bücher erkennt man eher am einband und dem buchrücken, denn am titel. man weiß, wo es ungefähr steht. beim e-book muss dies über tags, markierungen oder eben den titel geschehen. gut, man kann sich sicherlich auch bald ein virtuelles bücherregal anlegen, doch das spontane blättern in einem buch wird schwerfallen. bei geschlossen augen scrollen ist nicht das gleiche, wie einfach eine seite in einem lyrikband aufzuschlagen.

am ärgerlichsten wird aber sicherlich in zukunft, die immer stärker gesteuerte zielrichtung der buchauswahl. das ist schon heute so, dass die buchläden natürlich den bestsellern viel platz einräumen und die kleine überraschungen zu suchen sind oder überhaupt nicht mehr im regal stehen. der sinnliche aspekt des buchlesens wird eventuell verschwinden. das wäre schade.

Werbeanzeigen

Eine Antwort zu “lesen und e-books

  1. Dem Gesagten kann ich aus vollem Herzen zustimmen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s