kreatives schreiben und fantasiefiguren

wie schwer es ist figuren für geschichten zu entwickeln, die jenseits der eigenen erfahrungen liegen, kennen alle, die einmal versucht haben, sich in jemanden zu versetzen, der seine abgründe erlebt, die man selber nicht kennt. eine berufsgruppe, die beständig mit dieser frage konfrontiert ist, sind die psychologInnen. sie werden immer wieder mit berichten konfrontiert, die nicht ihrem eigenen erleben entsprechen und sollten doch kontakt zum gegenüber aufbauen.
habe ich also eine vorstellung davon, welche eigenschaften meine fantasiefigur haben soll, dann bleibt mir nur übrig, entweder anleihen in meinem eigenen umfeld oder meinem eigenen erleben zu machen oder in form von recherche zu jemandem kontakt aufzubauen, der dieses erleben kennt. oder ich ziehe literatur zur hilfe, die bestimmte subjektive hintergründe schildert.


es gibt noch eine weitere variante, bei der entwicklung von fantasiefiguren. ich kann sie vollständig der „normalität“ entreissen und schaffe kleine monster, sprechende pflanzen, kommunizierende haushaltsgegenstände. diesen wesen kann man dann ohne große schwierigkeiten menschliche eigenschaften zusprechen, da sie schon von ihrer eigentlich erscheinung her so sehr entfremdet sind, dass sie immer als fantasiefiguren erkannt werden.


in schreibgruppen lässt sich dies ganz gut durch zwei kartenstapel ausprobieren. auf den karten es einen stapels sind gegenstände und wesen notiert, die einem nicht als persönlichkeit bekannt sind. auf den karten des anderen stapels werden charaktereigenschaften notiert. alle teilnehmerInnen ziehen vom jeweiligen stapel eine karte. so kommt es, dass sie in der folge „eifersüchtige seifenspender“, „plappernde schinkenscheiben“ und „depressive seelöwen“ erst einmal beschreiben sollten. anschließend wird zu der gezogenen fantasiefigur eine geschichte geschrieben. in der folge kann man die fantasiefiguren miteinander kombinieren und zueinander in beziehung treten lassen. und zu schluss kann es sinnvoll sein, eine selbstreflexion darüber zu verfassen, wie man die fantasiefiguren agieren ließ, welche hilfen hat man verwendet um ihnen ein „gesicht“ zu geben, wo hat man anleihen genommen.

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