Tagesarchiv: 12. Dezember 2008

datenschutz und datenhandel

gerade macht zum x-ten mal die nachricht die runde, dass persönliche daten mit bankverbindungen von 21 millionen bürgerInnen angeboten werden. dabei wird die frage gestellt, wie es passieren konnte, dass diese daten überhaupt erhoben werden können. die frage scheint naiv, wenn man sich in den letzten jahren ein wenig für datenschutz interessiert hat.


größter posten der erhobenen daten sind sicherlich die kreditkarten und die ec-karten. schon war jahren wurde davor gewarnt, dass im zusammenhang mit dem trend, mit karten zu bezahlen, konsumgewohnheiten gekoppelt werden mit bankendaten und anderen persönlichen daten. ähnlich sieht es mit den telefonrechnungen und den verbindungsdaten aus. wie vor etlichen monaten eine doku im fernsehen zeigte, erhebt auch die „schufa“ eine menge persönlicher daten und gibt banken auskunft über die kreditwürdigkeit. dazu sind viele firmen bekannt, die pools von kundendaten anbieten, worin sie versuchen legal daten über das wohngebiet, das wohnumfeld und durch telefonbefragungen das verbraucherverhalten zusammenzuführen. diese pools potentieller kunden werden an firmen und werbeagenturen weiterverkauft, die dann gezielte werbung versenden. so bekommt man in bestimmten wohngebieten werbung für gehobene automobile obwohl man noch nicht einmal einen führerschein besitzt. das zeigt einem zumindest, dass nicht alles bekannt ist.

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wortklauberei (17)

wort des jahres: „finanzkrise“


das wort des jahres ist bestimmt worden. es heißt, oh staune, finanzkrise„, da darüber gerade so viele reden. doch das wort ist eigentlich ein seltsames konstrukt. denn finanzen können keine krise haben. ähnlich wie der der nervenkrise, die auch eher eine menschenkrise ist, da der nerv an sich erkranken kann, aber von keiner krise erschüttert werden kann. so haben also anscheinend das geld und die konten zur zeit eine krise. wie das aussieht kann einem aber niemand erklären. wie verhält sich geld in der krise, wie gebärden sich krisenhafte finanzen. blicke ich auf mein konto, dann befinden sich meine werte beständig in der krise 😮 .


interessanter und aufschlussreicher wäre sicherlich die aussage, wir haben eine „bevölkerungs- oder gesellschaftskrise“, da dadurch überhaupt die eigentliche verbindung zu den menschen formuliert wird. doch das würde bedeuten, dass zugegeben werden müsste, dass viele menschen ihren arbeitsplatz verlieren könnten, dass soziale absicherungen plötzlich im orbit verschwunden sind, dass erspartes sich minimiert hat und dass steuern erhöht werden. das hätte aber den effekt, dass die ganze durch den begriff „finanzkrise“ aufgebaute distanz flöten wäre und die menschen noch stärker realisierten, wie sehr sie die ökonomische entwicklung betrifft.


also wird weiterhin von der „finanzkrise“ und der „rezession“ gesprochen, wie wenn es sich jeweils um lebende prozesse handelt. ich wusste es ja schon immer, dass die ökonomie eigentlich lebendig ist und kleine wichtel in der deutschen bank die taler aufhäufen, sie blankpolieren und zählen. leider kenne ich keinen dieser wichtel. ob die auch schon globalisiert sind und einen mindestlohn erhalten?