datenschutz und datenhandel

gerade macht zum x-ten mal die nachricht die runde, dass persönliche daten mit bankverbindungen von 21 millionen bürgerInnen angeboten werden. dabei wird die frage gestellt, wie es passieren konnte, dass diese daten überhaupt erhoben werden können. die frage scheint naiv, wenn man sich in den letzten jahren ein wenig für datenschutz interessiert hat.


größter posten der erhobenen daten sind sicherlich die kreditkarten und die ec-karten. schon war jahren wurde davor gewarnt, dass im zusammenhang mit dem trend, mit karten zu bezahlen, konsumgewohnheiten gekoppelt werden mit bankendaten und anderen persönlichen daten. ähnlich sieht es mit den telefonrechnungen und den verbindungsdaten aus. wie vor etlichen monaten eine doku im fernsehen zeigte, erhebt auch die „schufa“ eine menge persönlicher daten und gibt banken auskunft über die kreditwürdigkeit. dazu sind viele firmen bekannt, die pools von kundendaten anbieten, worin sie versuchen legal daten über das wohngebiet, das wohnumfeld und durch telefonbefragungen das verbraucherverhalten zusammenzuführen. diese pools potentieller kunden werden an firmen und werbeagenturen weiterverkauft, die dann gezielte werbung versenden. so bekommt man in bestimmten wohngebieten werbung für gehobene automobile obwohl man noch nicht einmal einen führerschein besitzt. das zeigt einem zumindest, dass nicht alles bekannt ist.


doch diese vorgehensweisen sind von staatlicher seite lange bekannt. wer also jetzt so tut, dass er nicht weiß, wie bankdaten bürgern zugeordnet werden konnten, ignoriert den schon lange existenten datenhandel. da scheint es beinahe zynisch, dass die bürger aufgefordert werden sich mehr zu schützen. die bahn und die fluglinien bieten ihr preiswertesten verbindungen nur noch per internet an, die „gez“ fordert einen jedesmal auf, doch endlich einen dauerauftrag einzurichten, auch bei anderen stellen kann man sogar preise gewinnen, wenn man einen dauerauftrag einrichtet.
da ist das internet nur eine letzter schritt in einer langen kette von datensammlungen und datenhandel. post und in der folge telekom haben schon immer mit adressdaten offiziell gehandelt, also firmen, die in staatlichem besitz sind und vom staat kontrolliert werden. das, was jetzt auf dem markt ist, ist nur die logische konsequenz eines laxen staatlichen datenschutzes. beste möglichkeit sich dagegen zu wehren, niemandem mehr auskunft zu geben und wieder zum alten face-to-face-handel zurückzukehren.

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