Tagesarchiv: 21. Dezember 2008

schreibidee (80)

nach der letzten idee, der guten vorsätze zum neuen jahr, soll dieses mal das gebiet des orakels beschritten werden. viele menschen greifen am ende des vergehenden jahres zu den vorhersagen des nächsten, den „horoskopen„. solche sollen dieses mal verfasst werden.

als einstieg bietet es sich in der schreibgruppe an, die horoskope der letzten woche für alle teilnehmerInnen vorzulesen, um schon einmal eine anregung zu geben, wie ein horoskop verfasst wird. doch bevor die teilnehmerInnen sich dieser aufgabe widmen, ist ein ganz eigenes schreibgruppen-horoskop zu entwerfen. es soll sich weder an den sternzeichen, noch an bäumen oder an chinesischen vorgaben orientieren. die teilnehmerInnen werden aufgefordert eigene horoskopzeichen zu erfinden. so kann es sich zum beispiel um den „biber“, die „sonnenblume“ oder das „kutschenrad“ handeln. es werden zwölf zeichen benötigt, die in der gruppe vorgeschlagen werden können und auf die zwölf monate verteilt werden.

wenn nach gemeinsamer abstimmung die zeichen für das nächste jahr gefunden sind, sollte möglichst alle teilnehmerInnen die zeichen unter sich aufteilen, damit zu jedem zeichen eine mindestens einseitiges jahreshoroskop erstellt wird. dabei sind die rubriken „liebe“, „gesundheit“ und „geld“ zu berücksichtigen. ab jetzt sind der fantasie keine grenzen mehr gesetzt, welches zeichen, wann, welche positiven und negativen schicksalsschläge treffen werden. die horoskope werden sich anschließend gegenseitig vorgestellt.

wenn dann noch zeit übrig ist, kann von den teilnehmerInnen zu ihrem sie betreffenden horoskop einen kurze geschichte verfasst werden. die geschichte sollte einen blick auf die auswirkungen der vorhersage im nächsten jahr werfen. denn dann kann ja nichts mehr schiefgehen 😮

schreibaufgabe (19) – ein ergebnis

romanze

schon der morgen verhieß einen glücklichen tag. sonnenstrahlen kitzelten saskia wach als sie hell und frisch durch das dachfenster auf ihr himmelbett fielen. beim augenaufschlagen bemerkte sie, dass es ein wunderschöner morgen mit blauem himmel und vogelgezwitscher war. der anfang eines tages war für saskia immer ein zeichen für die folgenden wachen stunden. was soll heute noch schief gehen, dachte sie, als sie sich unter der federleichten decke räkelte. ihr kater mohrli schnurrte neben ihr im bett liegend und spielte zwischendurch mit den staubflusen im sonnenstrahl.

saskia ließ sich, nachdem sie das bett mit einem fröhlichen seufzer verlassen hatte, ein bad mit ihren lieblingsessenzen aus vanille und orange ein. als sie in der wanne lag, wanderte ihre blick über die hügelige landschaft, die sich vor dem badezimmerfenster ausbreitete wie dahingeworfener grüner stoff. ein paar nebelschwaden schwebten über den kleinen tälern, die den grünen faltenwurf durchkreuzten. und saskias gedanken schwebten ebenso schwerelos zu sabine, der raumpflegerin, die um zehn uhr klingeln wird, wie jeden donnerstag. heute ist der tag, der alles verändern wird, dachte saskia, heute muss es sein.

seit fünf jahren arbeitete sabine für saskia. sie putzte einmal die woche für fünf stunden. dabei lernten sich die beiden frauen immer näher kennen und fühlten sich wohl in der nähe der anderen. durch das aufräumen und reinigen kam sabine dem leben ihrer auftragsgeberin auf die spur. und was sie sah, gefiel ihr. saskia war eine selbstbewusste, hübsche frau, die für jeden ein freundliches wort übrig hatte. und als sie sie vor drei wochen fragte, ob sie sich heute treffen sollten, schlug sabines einen takt schneller als sonst. sie hätte nie gedacht, dass saskia sie jemals fragen würde, ob sie sich außerhalb der üblichen zeiten treffen sollten. ja, es war ein donnerstag, wie jede woche, aber es war ein besonderer donnerstag.

saskia hatte inzwischen ihren grauen hosenanzug von gaultier angezogen, der ihr besonders gut stand und immer nur an außergewöhnlichen tagen von ihr getragen wurde. sie inspizierte noch einmal die küche und das esszimmer, ob alles an seinem platz war, damit es ein tag werden konnte, wie sie ihn schon lang nicht mehr erlebt hatte. in angenehmer gesellschaft es sich gut gehen lassen, das gab es nicht oft in saskias leben, war sie doch als professorin ständig am arbeiten und auf reisen. noch ein blick in den kühlschrank, ob der champagner auch die richtige kühle angenommen hatte. perfekt, sabine konnte kommen.

kaum hatte sie den gedanken zu ende gedacht, klingelte es auch schon. saskia wurde plötzlich ganz nervös. ob es richtig war, mit ihrer reinigungskraft den heutigen tag zu verbringen? was spricht dagegen, dachte sie, du hast keine berührungsängste. sie schritt zur tür und öffnete. als sie die fröhlichen augen von sabine erblickte, verschwanden alle zweifel, die sie vorher geplagt hatten. sie nahm sabine in den arm und sagte: „frohe weihnachten zu dem fest der liebe!“

(christof)

biografisches schreiben und familienfeiern

der vierte advent steht an und es dauert nicht mehr lang bis weihnachten. ein beliebter zeitraum, in dem sich viele auf den weg machen zu den alljährlichen feierlichkeiten mit ihrer familie. diese feiern finden meist mit zwei generationen, nicht selten aber auch mit drei oder vier generationen der eigenen sippe statt.

von familie zu familie ist es verschieden aus welchen anlässen und wie häufig solche treffen stattfinden. doch sie haben für alle teilnehmerInnen sehr verschiedene bedeutungen. meist sind die erwartungen sehr hoch an die eigene familie und was sie an sozialem kontakt erfüllen soll. deshalb bieten solche familienfeiern auch genug konfliktfelder, die beinahe zu den feiern gehören wie die geschenke oder die freude, sich nach langer zeit wieder zu sehen.

beim verfassen der eigenen lebensgeschichte bieten die feiern, ob nun zu weihnachten, wegen eines runden geburtstages, einer hochzeit, taufen oder wegen anderen anlässen, eine gute erinnerungsbasis an die eigene sippe. wenn man sich an diese treffen zurück erinnert, dann fallen einem sicherlich auch die diversen tanten, onkels, oma und opa und oft noch mehr verwandte ein, mit ihren ganzen eigenheiten und eigenen geschichten. so kann man für sich, vielleicht auch noch mit hilfe von fotografien, die bei den feiern gemacht wurden, ein kleines oder größeres sippenpanorama erstellen, das einen überblick über die eigene familie gibt.

ist dieses erstellt, besteht die möglichkeit, zu erforschen, wer aus der familie die größte bedeutung für einen selber hatte, welche person abseits der eigenen eltern einfluss auf die eigene entwicklung nahm. außerdem können natürlich die jeweiligen feierlichkeiten noch genauer betrachtet werden. gab es familieneigene traditionen? wie gut haben sie einem selber gefallen? hat man die traditionen weiter getragen oder abgeschafft? die haltung zu den familienbräuchen sagt auch viel über die eigene haltung zum konzept familie und zu gesellschaftlichen gepflogenheiten aus. die eigene haltung gibt bei genauerer betrachtung ein gutes bild über die eigene person in der eigenen biografie ab.