schreibaufgabe (19) – ein ergebnis

romanze

schon der morgen verhieß einen glücklichen tag. sonnenstrahlen kitzelten saskia wach als sie hell und frisch durch das dachfenster auf ihr himmelbett fielen. beim augenaufschlagen bemerkte sie, dass es ein wunderschöner morgen mit blauem himmel und vogelgezwitscher war. der anfang eines tages war für saskia immer ein zeichen für die folgenden wachen stunden. was soll heute noch schief gehen, dachte sie, als sie sich unter der federleichten decke räkelte. ihr kater mohrli schnurrte neben ihr im bett liegend und spielte zwischendurch mit den staubflusen im sonnenstrahl.

saskia ließ sich, nachdem sie das bett mit einem fröhlichen seufzer verlassen hatte, ein bad mit ihren lieblingsessenzen aus vanille und orange ein. als sie in der wanne lag, wanderte ihre blick über die hügelige landschaft, die sich vor dem badezimmerfenster ausbreitete wie dahingeworfener grüner stoff. ein paar nebelschwaden schwebten über den kleinen tälern, die den grünen faltenwurf durchkreuzten. und saskias gedanken schwebten ebenso schwerelos zu sabine, der raumpflegerin, die um zehn uhr klingeln wird, wie jeden donnerstag. heute ist der tag, der alles verändern wird, dachte saskia, heute muss es sein.

seit fünf jahren arbeitete sabine für saskia. sie putzte einmal die woche für fünf stunden. dabei lernten sich die beiden frauen immer näher kennen und fühlten sich wohl in der nähe der anderen. durch das aufräumen und reinigen kam sabine dem leben ihrer auftragsgeberin auf die spur. und was sie sah, gefiel ihr. saskia war eine selbstbewusste, hübsche frau, die für jeden ein freundliches wort übrig hatte. und als sie sie vor drei wochen fragte, ob sie sich heute treffen sollten, schlug sabines einen takt schneller als sonst. sie hätte nie gedacht, dass saskia sie jemals fragen würde, ob sie sich außerhalb der üblichen zeiten treffen sollten. ja, es war ein donnerstag, wie jede woche, aber es war ein besonderer donnerstag.

saskia hatte inzwischen ihren grauen hosenanzug von gaultier angezogen, der ihr besonders gut stand und immer nur an außergewöhnlichen tagen von ihr getragen wurde. sie inspizierte noch einmal die küche und das esszimmer, ob alles an seinem platz war, damit es ein tag werden konnte, wie sie ihn schon lang nicht mehr erlebt hatte. in angenehmer gesellschaft es sich gut gehen lassen, das gab es nicht oft in saskias leben, war sie doch als professorin ständig am arbeiten und auf reisen. noch ein blick in den kühlschrank, ob der champagner auch die richtige kühle angenommen hatte. perfekt, sabine konnte kommen.

kaum hatte sie den gedanken zu ende gedacht, klingelte es auch schon. saskia wurde plötzlich ganz nervös. ob es richtig war, mit ihrer reinigungskraft den heutigen tag zu verbringen? was spricht dagegen, dachte sie, du hast keine berührungsängste. sie schritt zur tür und öffnete. als sie die fröhlichen augen von sabine erblickte, verschwanden alle zweifel, die sie vorher geplagt hatten. sie nahm sabine in den arm und sagte: „frohe weihnachten zu dem fest der liebe!“

(christof)

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s