Tagesarchiv: 23. Dezember 2008

schreibpädagogik und selbstreflexion

 

gerd bräuer, einer der vertreter der schreibpädagogik in deutschland, befürwortet eine ausführliche sowohl schriftliche als auch mündliche selbstreflexion über den eigentlichen schreibprozess. dies erscheint auf den ersten blick zeitaufwendig und anstrengend. das ist es in der anfangsphase bestimmt auch, doch im laufe der zeit zeitigt solch eine vorgehensweise auch erfolge, dadurch, dass die mechanismen des eigenen schreibens und der eigenen blockaden bewusster werden.

so kann im laufe der zeit eine ersparnis an zeit eintreten, da man sich gar nicht mehr in situationen begibt, die zu einer schreibblockade führen. das herangehen an einen text fällt leichter und man hat für sich ein eigenes konzept entwickelt. und doch kann die beständige selbstreflexion enervierend werden. vor allen dingen in den momenten, in denen die lust besteht, einfach „draufloszuschreiben“, wirft einen die reflexion immer wieder auf den eigenen schreibprozess zurück.

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kreatives schreiben und schrift

 

schreibanregungen in schreibgruppen zum kreativen schreiben werden meist direkt umgesetzt und zwar handschriftlich. da meist die zeit zum schreiben vorgegeben ist, versuchen sich viele teilnehmerInnen im schnellschreiben, da die vorhandene idee auch umgesetzt sein will. dabei mutiert bei manchen die handschrift zu einem unleserlichen gekrakel, das beim späteren vorlesen nicht mehr zu entziffern ist. das ist schade, da die idee so gut war.

einfacher wird es, wenn anregungen des kreativen schreibens im internet gegeben werden und die aufgabe am computer gelöst werden kann. ähnlich sieht es aus, wenn das handgeschriebene so weit entziffert werden kann, dass es nach der schreibgruppe in den computer übertragen wird.

doch dann tritt die qual der wahl auf. welchen schrifttyp, welchen zeilenabstand und welche buchstabengröße möchte ich wählen? es gibt so viele angebote und sie passen nur zu bestimmten texten. sonst wäre doch lieber eine andere schrift zu wählen. aber kann die schrift auch von anderen mit anderen textverarbeitungsprogrammen gelesen werden oder sehen die nur kryptische kleine kästchen? vielleicht möchte ich meinen text schon von anfang an in einer anderen schrift schreiben, denn das auge schreibt ja mit. das ist sicherlich möglich, doch ich sollte in diesem moment spüren, welche schrift für meine idee die angenehmste ist. und meist lässt sich nicht vorhersagen, wohin der text sich bewegt. auf der anderen seite kann die passende schrift das schreiben zu einem genuss machen, der wiederum förderlich auf die kreativität und den schreibprozess einwirkt.

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gewaltprävention und genderanalyse

und noch ein interessantes angebot sei hier erwähnt. heute wird viel über die gewaltbereite jugend gesprochen. dabei wird selten in betracht gezogen, wie viele verschiedene ursachen es dafür geben kann. so stellt sich zum beispiel zur zeit heraus, dass neben der tatsache, dass die meisten täter und opfer männer  und männliche jugendliche sind, die gewaltbereitschaft bei weiblichen jugendlichen zunimmt.

bei mann wird von vielen vorausgesetzt, dass er per se gewaltbereiter sei. auch dem wäre zu widersprechen. eine interessante richtung der geschlechterforschung setzte sich mit der gesellschaftlichen konstruktion der geschlechterrollen auseinander und versucht diese zu dekonstruieren, stellt also die festlegung der rollen in frage.

bei der arbeit mit gewaltbereiten jugendlichen kann dieses thema eine große rolle spielen. das „ifgg – institut für genderorientierte gewaltprävention“ bietet fortbildungen und beratungen für menschen an, die mit jugendlichen arbeiten. der schwerpunkt der arbeit vom „ifgg“ liegt auf dem aufzeigen von gewaltpräventiven maßnahmen bei der arbeit mit jugendlichen unter dem aspekt der gendeperspektiven. dabei fließen methoden der systemischen therapie ein, aber eben auch erkenntnisse aus der geschlechterforschung. hier werden möglichkeiten an die hand gegeben, konflikte zu entschärfen und rollenmuster zu überwinden. eine der methoden basiert auf möglichkeiten des selbstcoaching durch schreiben. hierbei kommen techniken des kreativen und biografischen schreibens zur anwendung.

zu finden ist das angebot unter: http://www.ifgg-berlin.de/ .

schreibpädagogik und erzieherInnen

die von gerd bräuer vertretene schreibpädagogik wird inzwischen in vielen zusammenhängen in der praxis angewandt. bietet sie doch auch anderen berufsgruppen eine gute grundlage für ausführliche selbstreflexionen. was im kreativen zusammenhang manchmal ein wenig behindernd wirken kann, nämlich beständig neben dem schreiben noch journale zu verfassen und das eigene schreiben immer wieder zusätzlich zu reflektieren, kann beim wissenschaftlichen arbeiten oder in sozialen berufen eine hilfe sein.

so bietet bianca lenz inzwischen fortbildungen für erzieherInnen an, die es vor allen dingen im zusammenhang mit der kleinkindpädagogik ermöglichen, wege zu lernen, formen der schriftlichen reflexion umzusetzen. über die entwicklung der kleinkinder sind viele berichte zu verfassen und „portfolios“ zu erstellen. hier können diverse schreibtechniken weiterhelfen. aber auch prozesse während des eigenen schreibens können im nachhinein durch schreibpädagogische übungen leichter reflektiert werden. dies ist zum teil ein aufwendiges vorgehen. aber es bietet im laufe der zeit ein gutes handwerkszeug, die eigene tätigkeit aus einem anderen blickwinkel zu sehen und vor allen dingen abseits von supervisionen, sich selbst zu coachen. 

das angebot von biance ist zu finden unter http://erzieherinnenfortbildung.wordpress.com .