biografisches schreiben und lebenssinn

bisher wurde hier bei den überlegungen zum biografischen schreiben meist aufgezeigt, wie viel in der eigenen lebensgeschichte zu entdecken ist, was mensch für sich ergründen kann, um es an andere weiterzugeben. dabei wurde ausgeklammert, dass menschen bei einem resümee ihrer eigenen biografie an einem punkt angelangen können, der ihnen zeigt, dass sie vieles gelebt haben, was für sie im nachhinein und im ganzen betrachtet keinen sinn machte.

dazu zählen zum beispiel die momente, in denen man gegen seine eigenen interessen und bedürfnisse verstoßen muss. solche situationen kennt jeder mensch, da man sich nicht jeden moment und jede handlung frei wählen kann. doch es gibt menschen, die in der rückschau feststellen, vollständig fremdbestimmt gelebt zu haben. welche konsequenzen kann eine solche erkenntnis bei der biografiearbeit nach sich ziehen?

ich denke, man sollte sich vor allen dingen davor schützen, alles in bausch und bogen zu verteufeln. selbst bei einer sehr negativen bilanz in bezug auf den lebenssinn, wäre es hilfreich mehr ins detail zu gehen, um für sich festzustellen, ob nicht doch einzelne situationen sehr wichtig für einen waren.

außerdem gibt es keine altersgrenze dafür das ruder des eigenen lebenskonzeptes herumzureissen. einer der häufigsten gründe, weshalb menschen das ruder nicht früher herumreissen, hat damit zu tun, das vorweg angenommen wird, die situation werde nur anstrengender und noch unbefriedigender. schaut man sich die lebensgeschichten verschiedener menschen an, kann man feststellen, dass sich meist die im laufe der zeit wohler fühlen, die recht nahe an ihren subjektiven bedürfnissen leben.

und im vorfeld lässt sich vielleicht präventiv feststellen: man kann wahrscheinlich nicht zu früh damit anfangen sich entweder mit seiner biografie auseinanderzusetzen oder tagebuch zu schreiben, um im laufe der zeit ein gespür dafür zu bekommen, wie die eigenen bedürfnisse eigentlich aussehen. nur dann kann auch die konsequenz gezogen werden, wenn man bemerkt, dass man nicht mehr dem lebenssinn folgt, der einem wichtig ist.

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Eine Antwort zu “biografisches schreiben und lebenssinn

  1. So ist es. Viele Menschen nicht nur Angst, alles könne schlimmer werden; die meisten mir Bekannten haben tatsächlich versucht, das Ruder umzureißen, es ist ihnen leider nicht gelungen. Nun ist der naheliegendste Gedanke, dass es auch bei allen anderen Versuchen nicht gelingen wird. Das ist schade; wenn nicht wir das ganze an der Wurzel packen, wer sonst? Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Persönlichkeiten wie Walt Disney kaum das Große Glück hatten, wie viele behaupten mögen. Das Imperium, was sie erschaffen haben, ist vielmehr das Resultat von sehen, entscheiden, korrigieren, sehen, entscheiden…

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