wortklauberei (19)

 

„… dass niemals wieder ein vorstandsvorsitzender der deutschen bank ein renditeziel von 25 prozent vorgibt“

tjaja, das übel der welt liegt in der rendite. und die kirchen prangern die vertreter der banken an, die angeblich das übel in die welt bringen. so wie in obigem zitat der evangelische bischof huber den vorstandschef ackermann der deutschen bank angriff. es werden verbindungen hergestellt zu „götzendiensten“ und „tänzen ums goldene kalb“. und es wird personalisiert.

das ist ja soooo naiv. hätte das mit den 25 prozent geklappt, wäre herr ackermann nicht angegriffen worden. und wer greift die schnäppchenjäger an, die produkte kaufen, die unter wert veräussert werden und auf kosten anderer regionen der welt produziert werden? personalisierung hilft auf keinen fall weiter. alle menschen haben das ding in den sand gesetzt und solange weiter einzelne herausgegriffen werden als verursacher wird sich nichts ändern. es finden einzig auseinandersetzungen auf ersatzschauplätzen statt, doch niemand wagt das eigentliche system der mehrwertschöpfung in frage zu stellen. so wird weiter argumentiert unser wohl hänge allein von der autoindustrie ab und solange diese kranke, müssen wir mit einer rezession rechnen. deshalb bürger dieses landes, kauft autos, dass die schwarte kracht. da vergessen wir zwischendurch prompt den wandel des klimas, der uns teuer zu stehen kommen wird. was sind wir froh, dass das benzin wieder billiger wurde, so steht der reisewelle zu den weihnachtsferien nichts mehr im wege, außer diesem stau auf 60 kilometern. blöd, dass die anderen auch das benzin preiswerter bekommen. ja, die gier! der tanz ums goldene kalb findet überall statt. eine „flüchtlingswelle“ von sage und schreibe 25 000 menschen wollte dieses jahr über das mittelmeer europa mit seinen hunderten von millionen einwohnern erreichen wird verkündet. wie aus einer kleinen welle eine so große gemacht werden kann.

das hätte eigentlich die kirchen zu interessieren! dass es in diesem system keine gerechtigkeit geben wird und nie gegeben hat. wir alle reproduzieren die abläufe. ob im kleinen oder großen. nur ein teil versucht sich immer moralisch über den anderen zu erheben, während wir alle gleichzeitig um das goldene kalb tanzen. da nimmt sich der autor nicht aus. doch veränderung ist nur zu denken, wenn man die personalisierung stecken lässt und endlich das konglomerat aus psychologisierung und panikmache angreift. uns geht es zu großen teilen verdammt noch einmal gut, zu gut. und es wäre an der zeit, diesen reichtum zu teilen, wirklich zu teilen. das kann ein einzelner nicht leisten. würde herr ackermann etwas anderes verkünden, hätten die aktionäre schon dafür gesorgt, dass er seinen posten verliert. und würde herr huber seine abkehr vom kapitalismus verkünden, würden viele seine kirche verlassen. eine zwickmühle, aus der man auch mit zwei prozent rendite nicht kommt. 😮

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