Tagesarchiv: 6. Januar 2009

schreibpädagogik und freude am schreiben

beinahe alle teilnehmerInnen von schreibgruppen, so sie denn das erste mal an einer solchen teilnehmen, haben irgendwann ein aha-erlebnis. sie entdecken eine bis dahin nicht gekannt freude am schreiben. das hat oft damit zu tun, dass sie in einer schreibgruppe überhaupt ein umfeld gefunden haben, das ähnliche interessen hat. aber auch damit, dass sie erleben, mit welcher leichtigkeit schreiben stattfinden kann. förderlich für dieses erleben ist auch das gemeinsame schreiben, bei dem sich oft eine sehr kreative atmosphäre einstellt.

schwierig wird es für viele, diese außergewöhnliche erfahrung mit nach hause zu nehmen und dort weiter umzusetzen. denn schlagartig ist das umfeld einer schreibgruppe nicht mehr vorhanden. bei manchen teilnehmerInnen stellen sich in diesen momenten schreibblockaden ein. so bleibt ihnen erst einmal nichts anderes übrig, als immer wieder schreibgruppen aufzusuchen, wenn sie das bedürfnis zu schreiben verspüren. das ist natürlich schade und nicht immer möglich.


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wortklauberei (20)

„kampfmittelbeseitigung“


bei der fernsehberichterstattung über die evakuierung eines teils der bevölkerung osnabrücks, um bomben entschärfen zu können, fiel immer wieder ein aufsteller ins blickfeld der kamera: „vorsicht kampfmittelbeseitigung!„. in diesem moment stellte ich mir die vielen menschen aus anderen ländern vor, die gerade deutsch lernen und deutschsprachige nachrichten über das internet ansehen. sie sehen das schild und fragen sich, was in osnabrück los ist. immerhin im „dictionary“ des computers finden sich unter „englisch – deutsch“ die kampfmittel.


doch die militärsprache hat im alltag noch nicht so richtig fuss gefasst. meinereiner dachte im ersten moment an schädlingsbekämpfung aber nicht unbedingt an bombenentschärfung, wäre nicht das zeichen für explosiv darunter abgebildet gewesen. man könnte sich auch das einsammeln von klappmessern unter dem begriff ausmalen. nur die evakuierung ganzer stadtbezirke passt nicht in dieses bild. oder vielleicht das einsammeln der restlichen feuerwerkskörper von silvester. vielleicht auch das einsammeln der weltweit gestreuten tretminen.


der begriff „bombenentschärfung“ hätte eine durchschlagendere bedeutung, würde er verwendet werden. macht er doch bewusster, was krieg eigentlich ist. „kampfmittel“ ist wie das gerade im radio wieder gehörte „minuswachstum“, das suggeriert, da wächst was, obwohl es abnimmt. So kann man unter „kampfmittel“ natürlich etwas kämpfendes verstehen, das aber nicht unbedingt „mörderisch“ ist. das sind bomben oder andere militärische waffen aber 😦