Tagesarchiv: 19. Januar 2009

biografisches schreiben und interview

 

eine möglichkeit, die eigene lebensgeschichte dezidierter zu erfassen, besteht darin, menschen, die einem nahestanden oder nahestehen, zu interviewen. diese technik sollte nicht genutzt werden, um das eigene leben erklärt zu bekommen. sie dient eher dazu, weitere meinungen einzuholen.

es ist klar, dass die sicht auf das eigene leben eine subjektive ist und sein wird. viele menschen haben das ziel, die eigene biografie möglichst objektiv erscheinen zu lassen. deshalb ziehen sie manchmal andere menschen heran, die ihnen die biografie schreiben oder fragen andere über das eigene leben. doch die subjetivität der eigenen sichtweise wird dadurch nicht verschwinden. das scheint mir auch nicht weiter schlimm.

interviews mit guten freunden bieten aber eine ganz andere chancen. mit nahestehenden menschen eint einen die erinnerung an vergangenes. doch jeder hat bestimmte situationen anders in erinnerung. oder man erinnert sich an ganz andere aspekte ein und derselben situation. das gibt einem die chance, bei einem interview noch einmal einen anderen blickwinkel zu hören. zum einen kann dies eine anregung sein, sich an weiteres zu erinnern, das man vergessen hatte. zum anderen fallen einem vielleicht ein paar aspekte auf, die man in der eigenen erinnerung geschönt oder geschwärzt hatte.

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schreibpädagogik und neugierde

 

da sich schreibgruppen oft aus menschen zusammensetzen, die sich vorher nicht kannten, versuchen die teilnehmerInnen, sich durch ihre texte gegenseitig kennenzulernen. dies kann sowohl zu schönen, als auch zu schwierigen momenten führen.

der angenehme aspekt dieses kennenlernens besteht darin, dass die gegenseitige annäherung nicht über smalltalk erfolgen muss, sondern gleich über aussagekräftige texte der einzelnen stattfindet. dadurch lern man menschen von einer seite kennen, die sie im alltag nicht unbedingt preisgeben. man trifft sich sozuschreiben bei den geschichten, die geschrieben wurden. die feedbackrunden bieten eine zusätzliche möglichkeit miteinander ins gespräch zu kommen.

da der mensch an sich ein ganz schön neugieriges wesen ist, kann dies aber auch den wunsch in der gruppe, möglichst gleich sehr persönliche texte zu hören und eventuell zu schreiben, verstärken. das ist nicht ganz unproblematisch. Weiterlesen