biografisches schreiben und interview

 

eine möglichkeit, die eigene lebensgeschichte dezidierter zu erfassen, besteht darin, menschen, die einem nahestanden oder nahestehen, zu interviewen. diese technik sollte nicht genutzt werden, um das eigene leben erklärt zu bekommen. sie dient eher dazu, weitere meinungen einzuholen.

es ist klar, dass die sicht auf das eigene leben eine subjektive ist und sein wird. viele menschen haben das ziel, die eigene biografie möglichst objektiv erscheinen zu lassen. deshalb ziehen sie manchmal andere menschen heran, die ihnen die biografie schreiben oder fragen andere über das eigene leben. doch die subjetivität der eigenen sichtweise wird dadurch nicht verschwinden. das scheint mir auch nicht weiter schlimm.

interviews mit guten freunden bieten aber eine ganz andere chancen. mit nahestehenden menschen eint einen die erinnerung an vergangenes. doch jeder hat bestimmte situationen anders in erinnerung. oder man erinnert sich an ganz andere aspekte ein und derselben situation. das gibt einem die chance, bei einem interview noch einmal einen anderen blickwinkel zu hören. zum einen kann dies eine anregung sein, sich an weiteres zu erinnern, das man vergessen hatte. zum anderen fallen einem vielleicht ein paar aspekte auf, die man in der eigenen erinnerung geschönt oder geschwärzt hatte.

durch ein interview weitet sich für eine gewisse zeit noch einmal der blick. danach kann man sich wieder dem eigenen zuwenden, um die inzwischen vielleicht leicht veränderte sicht zu notieren. am besten schreibt man vor dem interview schon über die situationen, zu denen man später die anderen befragen möchte. danach notiert man eine zweite version und vergleicht beide versionen noch einmal miteinander. dies erleichtert es einem, den unterschied nach dem gespräch mit anderen, festzustellen und für sich selbst abermals zu schauen, wieweit es die eigene sicht der dinge ist oder ob man eventuell zu sehr den blickwinkel der anderen übernommen hat.

außerdem kann es einfach nur spaß machen, mit anderen in gemeinsamen erinnerungen zu schwelgen und vielleicht nach jahren mal wieder kontakt mit ehemals guten freunden aufzunehmen. neben dem biografischen schreiben also ein weiterer vorteil, sich seiner lebensgeschichte zu erinnern.

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