kreatives schreiben und männer

es muss ja mal geschrieben werden. in arbeitszusammenhängen rund um das kreative schreiben und in den vielen schreibgruppen befinden sich hauptsächlich frauen. ein phänomen, das sicherlich etwas mit den angeblich überlebten geschlechterrollen zu tun hat.

zum einen ist schreiben, wie auch lesen, eine der tätigkeiten, die gesellschaft weiterhin schräg beäugt werden, wenn es sich nicht um verträge oder reden handelt. das „hobby“ des schreibens scheint unter der würde vieler männer zu sein. zumindest gehen viele auf distanz.

zum anderen schimpft sich deutschland als „land der dichter und denker“ und vergisst dabei seine vielen schreibenden frauen. wenn es also um den schritt an die öffentlichkeit, um das dasein als schriftstellerIn geht, dann wird der buchmarkt immer noch gern von männern dominiert und sie werden verlegt, erhalten nobelpreise. selten wird frauen diese ehre zuteil.

doch weshalb finden sich dann so wenige männer in schreibgruppen? da ist er wieder, der einsame wolf, der für sich schreibt in seinem kämmerlein sitzt und auf die passende eingebung wartet. austausch über geschriebenes ist seine sache nicht unbedingt, ebensowenig, wie kritik. und vor allen dingen, dieses verfassen persönlicher texte in der gruppe, die anderen vorgestellt werden. das fällt dem mann schwer. eventuell noch selbstreflexionen zum eigenen schreibprozess verfassen, ja sich preisgeben, das fällt schwer. hat er doch gelernt, nicht verletzlich sein zu dürfen, da feinde in diesen momenten besonders gern angreifen. abgesehen davon, müssten viele männer bis dahin gelernt haben, dass es auch von vorteil sein kann, seine gefühle überhaupt zu benennen, wenn nicht sogar erst einmal zu erkennen.

das klingt jetzt ein wenig bösartig, beschreibt aber nur, was in gesellschaftlichen abläufen immer noch üblich ist. mann hat eine rolle bekommen, die er schwer verlassen kann. übrigens sind auch frauen daran beteiligt, dass männer diese rolle des „lonesome cowboy“ aufrechterhalten können. und so werden sie weiter boxen, saufen und bestseller schreiben, aber das kreative schreiben sicherlich noch meist auf der seite liegen lassen 😦

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2 Antworten zu “kreatives schreiben und männer

  1. Das klingt ein wenig bösartig, du sagst es. Diese Distanzierung vom „Mann“ macht es um so schwerer, ihn zu zu etwas zu bewegen – und sei es nur (…) zur Teilnahme an einer Schreibgruppe.

    Ich finde die Polemik an dieser Stelle zwar durchaus passend. Deine Erklärung zu „Warum ist das wohl so?“ ist so einleuchtend wie sexistisch.

    Wer die oben beschriebenen Männer zum (gemeinschaftlichen) (persönlichen) Schreiben bringen will, bräuchte viel Empathie und weniger Provokation.

    (Oh! In dem Text geht es gar nicht um „Kreatives Schreiben und Männer“?? Sondern um „Männer und Macht in Kultur und Wirtschaft“?!? Dann hätte ich mir diesen blöden Kommentar ja sparen können, ich Idiotin.)

  2. sexistisch wäre es, wenn ich von allen männern geschrieben hätte. das kann ich aber nicht behaupten und will es auch gar nicht. es geht mir auch nicht darum, buh-männer zu produzieren. und doch herrscht auch unter männern eine große unzufriedenheit ob ihrer rolle. dies zu ändern erreicht meiner ansicht nach nicht viel empathie, da diese schon seit längerer zeit gewährt wird (ich schreibe nur „die frau als therapeutin des mannes“), sondern dem umdenken auch taten folgen zu lassen. und vor allen dingen, diese veränderung positiv zu besetzen.
    ja, es geht letzten endes auch um „männer und macht in kultur und wirtschaft“, denn selbst kreatives schreiben ist nicht frei von gesellschaftlichen konventionen oder unpolitisch. doch der kommentar erscheint mir deshalb trotzdem anregend und überhaupt nicht idiotisch. er zeigt nur, dass das thema der geschlechterrollen noch lange nicht beendet ist. wie müssten denn schreibgruppen organisiert sein, damit männer sie besuchen?

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