Tagesarchiv: 22. Januar 2009

schreibtechnik (24) – 3-wort-lyrik

die werbung und der journalismus bedienen sich gern kurzer und knapper botschaften. um diese zu verstärken, wird gereimt was das zeug hält. gestern zeigte ein werbetrailer der apotheken-zeitung im vorabend-programm (hier kann mensch die veränderung der gesellschaftlichen altersstruktur blicknah erfahren) den tollen titel eines artikels: „alarm im darm„. abgesehen von der reisserischen botschaft, ein reim, der es in sich hat.

mit dieser schreibtechnik lassen sich wunderbar nachrichten effektiv verdichten. so versteht jeder mensch „aus die maus“ oder „not an brot„. bieten diese kurzen, lyrischen ergüsse doch einen ersten hinweis auf den weiteren inhalt des folgenden textes. aber auch für sich allein gestellt, lassen sich so einfache nachrichten vielleicht im zusammenhang mit einem bild oder einem kunstwerk vermitteln. wichtig zu untermalung ist der reim.

ein paar beispiele gefällig? „liebe und triebe„, „nass im fass„, „pflaum am baum„, „wonne der sonne“ oder „lust und frust„. das beispiel „alarm im darm“ ist eigentlich kein ideales, da sich die silbenzahl der reimenden wörter unterscheidet. idealerweise sind bei der „3-wort-lyrik“ die silbenzahlen identisch wie bei „geruchshauch vom rosenstrauch“ oder „reisefieber im charterflieger„.

es scheint also gar kein folgender artikel oder text mehr nötig. eigentlich ist schon alles gesagt oder besser geschrieben. diese schreibtechnik kann natürlich auch für kapitelüberschriften, buchtitel (am besten für ratgeber), songtitel oder aneinandergereiht für gedichte verwendet werden. starke aussagekraft kombiniert mit einem schmunzeln bietet viel spielraum für kreative ideen. ernsthaft werden diese botschaften wahrscheinlich nie erscheinen. der effekt liegt am reim, der diesen texten einen rhythmus gibt, der etwas poppiges ausstrahlt. deshalb hier „schluss mit stuss“ und „leben statt streben“ 😆

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web 2.27 – virtuelle vorlesungen der uni freiburg

wissenschaftler müssen heute nicht nur wissen vermitteln, sie müssen sich in gewisser weise auch dem entertainment widmen. studierende wollen unterhalten werden und wissenschaft will aufbereitet sein. wer sich noch an sein studium mit pflichtvorlesungen erinnert, weiß sicherlich auch noch, dass es nicht selten quälende anderthalb stunden gab, in denen dozentInnen etwas berichteten, das sie seit zehn jahren berichten. man merkte ihnen an, dass es sich um eine lästige pflichterfüllung handelte, die auch gern einmal den wissenschaftlichen mitarbeiterInnen übergeben wurden.

doch seitdem bildungseinrichtungen vermehrt online gehen, kann eine weltöffentlichkeit sehen, was da so gelehrt wird. das bedeutet nicht, dass der stoff automatisch interessanter wird, aber das bemühen, ihn verständlicher rüberzubringen nimmt zu. für die studierenden ergibt sich der vorteil, die studienzeiten selbst zu bestimmen. war es doch nie zu verstehen, weshalb die pflichtveranstaltungen in der biologie immer morgens um acht uhr beginnen mussten. und anderen interssierten eröffnet sich die möglichkeit eines „studium generale“, ohne sich einschreiben zu müssen. die uni freiburg ist in diesem zusammenhang schon recht weit. wer das apple-programm „itunes“ auf seinem computer hat, kann diverse vorlesungen im internet herunterladen. und auch so seltsame filme, wie „nightlife@freiburg“. man sieht, heutzutage werden die studierenden rundum informiert. alle weiteren infos sind zu finden unter: http://www.itunes.uni-freiburg.de/ .

schnickschnack (52)

plötzlich tauchte überall der begriff auf, den sonst kein mensch verwendet: „inauguration„, eigentlich die amteinführung des amerikanischen präsidenten. dass dies eine große bedeutung bekam, hat sicherlich damit zu tun, dass er vieles verändern möchte, sich darum bemüht neue wege zu gehen. dies betrifft nicht nur die politik, sondern auch die verschränkung der politik mit dem web 2.0.

so wurde die homepage des „weissen hauses“ vollständig überarbeitet und es wird versucht wirkliche bürgerInnennähe zu praktizieren. denn man kann eine nachricht an den präsidenten senden, aber auch in einen e-mail-verteiler aufgenommen werden, um zu den aktuellen entscheidungen informationen zu erhalten. ja, es geht um transparenz. ob dieser versuch wirklich durchgehalten wird, kann man momentan noch nicht absehen, aber zumindest erscheint die seite schlicht und informativ, abgesehen von dem personenkult um barack obama. zu finden ist die seite unter: http://www.whitehouse.gov/ .

und dann gab es noch details der inauguration, die laut organisatorin von den meisten menschen angeklickt wurden. es handelte sich dabei um die rezepte des essens des neuen präsidenten der usa mit mitgliedern des kongresses und des senats. zu finden ist die menüfolge unter: http://inaugural.senate.gov/luncheon/ .