biografisches schreiben und selbstbefragung

hier im blog gab es einmal einen buchtipp, der sich mit einem katalog von 300 fragen zur eigenen biografie befasste. (siehe: https://schreibschrift.wordpress.com/2008/06/17/schreibtechnik-13/ ) diese fragen erleichtern es einem eventuell einen zugang zur eigenen lebensgeschichte zu finden. fragen, die selten im alltag gestellt werden, können einen wunderbare hilfe sein, sich seiner bewusst zu werden. doch wo diese fragen finden?

selbst formulieren und selbst beantworten. doch wie die freundInnen von psychotests in manchen zeitschriften wissen, besteht der kitzel darin, dass jemand anderes einem die fragen stellt und diese unerwartet erscheinen. und am schluss gibt es eine auswertung, die einem sagt, ob man ein guter oder ein schlechter mensch ist. dadurch, dass man auf eine auswertung bauen kann und die tests meist sehr durchschaubar sind, kann man sich in einem positiveren licht erscheinen lassen, als dies tatsächlich der fall ist.

für die eigene biografie kann es hilfreich sein, sich zu fragen, wie denn nun die eigene lebenseinstellung ist. nur woher die fragen nehmen? einfach fragen: „wie ist meine lebenseinstellung?“, erscheint zu profan. eine große hilfe könnte in diesem zusammenhang max frisch sein, der in seinen tagebüchern ausgereifte fragebögen zu verschiedenen aspekten des lebens formulierte. in seiner folge formulierte rolf dobelli „777 indiskrete fragen“. im folgenden post werde ich das buch vorstellen. solche fragebögen, die von anderen formuliert wurden, bieten eine wunderbare möglichkeit für sich im eigenen kämmerlein der eigenen haltung näher zu kommen. 

ist man mit allen fragen anderer durch, hat sich im eigenen leben wahrscheinlich schon wieder so viel verändert, dass man wieder von vorn anfangen kann. und doch bietet eine selbstbefragung die chance, schonungslos zu antworten ohne den inneren zensor, der sich bei gesprächen gern einmischt. zwischen blogs werden auch gern fragebögen (hier „stöckchen“ genannt) hin und her geschickt und öffentlich beantwortet. aber wer ist dann schon ehrlich, wenn die ganze welt mitlesen kann? und möchte (sollte) man unbekannten alles von sich preisgeben?

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