Tagesarchiv: 27. Januar 2009

web 2.29 – kulturserver.de

deutschland hat einen kulturbeauftragten. der wiederum tritt nur selten in erscheinung, doch im hintergrund wird eine kulturbehörde betrieben. und angegliedert an die behörde ist immerhin eine datenbank, die es künstlerInnen ermöglicht, sich selbst darzustellen und eigene veranstaltungen anzukündigen.

für die besucherInnen der seite des kulturservers bietet sich deshalb eine ausführliche „kulturdatenbank„, die sowohl die suche nach veranstaltungen als auch nach kulturschaffenden ermöglicht. leider kommt dabei die schreibende zunft mal wieder zu kurz und wird überhaupt nicht aufgeführt. kultur beschränkt sich auf film, theater und die bildenden künste. doch in diesem zusammenhang finden sich inzwischen viele informationen dort. schön, dass es überhaupt so eine datenbank gibt, die auch aktuelle angebote verlinkt und weiterführende informationen ermöglicht.

jetzt braucht es neben dem bildungsserver und dem kulturserver wahrscheinlich nur noch einen literaturserver, der auch den schreibenden und lesenden eine angemessene plattform bietet. denn es kann nicht sein, dass die informationen „amazon“, selbstgestalteten webseiten und den „verlagen“ vorbehalten bleiben. auch hier wäre eine generelle datenbank wünschenswert.

der server für vielfältige kulturelle interessen ist zu finden unter: http://www.kulturserver.de/ .

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„warum denken traurig macht.“ von george steiner – ein buchtipp

manchmal läuft man am regal der philosophischen und soziologischen bücher vorbei und ein titel macht einen neugierig. dann schaut man sich den klappentext an und stellt fest, es klingt wirklich interessant. irgendwann nimmt man sich die zeit, das buch zu lesen und bemerkt sofort, das ist wahnsinnig spannend und berührt beinahe alle lebensaspekte, die man sich vorstellen kann.

dabei kommt das buch so klein und unscheinbar daher. der autor george steiner bezeichnet seine niedergeschriebenen gedanken auch gleich als „provisorischen versuch“. ein provisorium, das beständig zum denken anregt und somit laut autor traurig macht. der grundgedanke des buchs „warum denken traurig macht. zehn (mögliche) gründe“ ist, dass der mensch sich über sein denken nicht hinausdenken kann und deshalb keine gewissheit haben wird, ob das, was er denkt, nicht schon längst gedacht wurde oder überhaupt das abbildet, was existent ist. einzig eine sache ist sicher, dass beständig gedacht wird und dass man mit dem denken nicht aufhören kann. steiner vergleicht das mit dem atmen. er behauptet, dass man länger die luft anhalten kann als nicht zu denken.

auf ca. 110 seiten werden themen angesprochen wie glaube, gott, realität, phänomenologie, liebe, wissenschaft, kreativität, sprache, kommunikation, subjektivität und noch vieles mehr. man kann das buch nur als dicht bezeichnen. wer sich also in seinem denken verstören und verunsichern lassen will, wer den gedanken erträgt, dass das einzig sichere der tod ist, dem sei dieses buch empfohlen. es kann erfrischend sein, sich verstören zu lassen. mir hat das buch viel spaß gemacht und manche hinweise geliefert. es ist 2008 bei suhrkamp taschenbuch erschienen in frankfurt am main. ISBN 978-3-518-45981-2